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Besenreiser an den Beinen entfernen: Laser oder Verödung?

Kurzantwort

Besenreiser an den Beinen sind erweiterte kleinste Venen direkt unter der Hautoberfläche – meist harmlos, aber kosmetisch störend. Zur Entfernung stehen zwei etablierte Verfahren zur Verfügung: die Verödung (Sklerosierung) als Standard und die Laserbehandlung mit langgepulstem Nd:YAG für sehr feine Gefäße. Vor jeder Behandlung sollte eine Venenschwäche ausgeschlossen werden.

VerödungStandard
Nd:YAG 1064 nmLaser
meist 1–3Sitzungen
VenencheckVorab
Medizinisch geprüftDermacom FachredaktionÄsthetische Medizintechnik6 Min. LesezeitAugust 2026
Empfohlenes SystemAlexandrit 755 nm · Nd:YAG 1064 nmZum System
Besenreiser an den Beinen entfernen: Laser oder Verödung?
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Was sind Besenreiser?

esenreiser sind erweiterte kleinste Venen, die direkt unter der Hautoberfläche verlaufen und dort als feine rote, violette oder bläuliche Linien sichtbar werden. Ihren Namen verdanken sie dem Muster: Sie verzweigen sich häufig fächerartig wie die Reiser eines Besens.

Medizinisch zählen sie zu den Varizen – sie sind also im weiteren Sinn eine Form von Krampfadern, allerdings die kleinste und harmloseste. An den Beinen treten sie bevorzugt an Oberschenkelaußenseite, Knöchel und Kniekehle auf.

Die Farbe verrät etwas über die Tiefe: Rötliche Gefäße liegen sehr oberflächlich, bläuliche etwas tiefer. Für die Behandlungswahl ist das relevant, weil unterschiedlich tiefe Gefäße unterschiedlich gut erreichbar sind.

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Ursachen: warum Besenreiser entstehen

Der wichtigste Faktor ist die Veranlagung – eine angeborene Bindegewebs- und Venenwandschwäche. Besenreiser sind keine Folge von Nachlässigkeit oder mangelnder Pflege, auch wenn sie oft so empfunden werden.

Begünstigend wirken hormonelle Einflüsse durch Schwangerschaften, Pille oder Wechseljahre, langes Stehen oder Sitzen im Beruf, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen sowie zunehmendes Lebensalter. Auch intensive Sonnen- oder Wärmeeinwirkung kann die Gefäßerweiterung fördern.

Gut zu wissen

Wichtig: Besenreiser können ein erster sichtbarer Hinweis auf eine tiefer liegende Venenschwäche sein. Deshalb steht vor der Behandlung die Abklärung – dazu unten mehr.

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Was hilft wirklich? Die Methoden im Überblick

MethodePrinzipEinordnung
Verödung (Sklerosierung)Ein Verödungsmittel wird ins Gefäß injiziert, die Wand verklebt, der Körper baut das Gefäß abDer Standard bei Beinbesenreisern – gut belegt, breit einsetzbar
LaserbehandlungLanggepulstes Licht erhitzt das Hämoglobin, die Gefäßwand koaguliertAlternative bei sehr feinen Gefäßen, Nadelphobie oder wenn Verödung nicht anschlägt
KompressionsstrümpfeUnterstützen den venösen RückflussVorbeugend und nach der Behandlung sinnvoll – entfernen bestehende Besenreiser nicht
Cremes, Gele, HausmittelKeine belegte Wirkung auf bestehende Besenreiser
Camouflage und Make-upAbdeckenRein optische Übergangslösung, keine Behandlung

Der Blick auf die Suchanfragen zeigt: Viele Betroffene suchen zuerst nach Abdeckcreme und Camouflage. Das ist verständlich und für den Sommer eine praktikable Zwischenlösung – wasserfeste Produkte decken zuverlässig ab. An den Gefäßen selbst ändert das nichts; wer sie loswerden will, kommt um eine der beiden ersten Methoden nicht herum.

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Verödung oder Laser – was ist besser?

Hier lohnt eine ehrliche Antwort, auch wenn sie nicht in jedem Fall für den Laser ausfällt.

Die Verödung ist bei Beinbesenreisern das Standardverfahren. Sie ist gut untersucht, kostengünstig und erreicht auch Gefäße, die etwas tiefer liegen oder ein größeres Kaliber haben. Ein feines Nadelchen bringt das Verödungsmittel direkt ins Gefäß; anschließend wird meist für einige Zeit Kompression getragen.

Der Laser ist die Alternative in bestimmten Situationen: bei sehr feinen Gefäßen, die für die Kanüle zu klein sind, bei ausgeprägter Nadelphobie, bei Unverträglichkeit gegenüber dem Verödungsmittel und bei Gefäßen, die nach Verödung wiederkommen. Er arbeitet berührungslos, ohne Injektion und ohne die Notwendigkeit, das Gefäß zu treffen.

In der Praxis werden beide Verfahren häufig kombiniert: größere Gefäße verödet, feinste Verästelungen anschließend gelasert. Das ist meist wirksamer als die Festlegung auf eine Methode.

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Warum vorher die Venen untersucht werden müssen

Dieser Punkt entscheidet über den Behandlungserfolg. Besenreiser können eigenständig auftreten – sie können aber auch das sichtbare Endstück eines gestörten Venensystems sein. Speist eine insuffiziente Vene den Besenreiser, wird er nach jeder Behandlung wiederkommen, solange die Zuflussvene besteht.

Deshalb gehört zur seriösen Behandlung eine klinische Untersuchung und bei Verdacht eine Duplexsonographie. Wird eine Stammveneninsuffizienz gefunden, wird zuerst diese behandelt – erst danach folgt die ästhetische Entfernung der Besenreiser. Diese Reihenfolge ist der häufigste Grund, warum Behandlungen bei manchen dauerhaft halten und bei anderen nicht.

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Systemwahl: Welcher Laser bei Besenreisern?

Pento 9900: langgepulster Nd:YAG mit 1064 nm

Für Gefäße an den Beinen ist der Nd:YAG-Laser mit 1064 nm die geeignete Wellenlänge. Zwei Eigenschaften machen ihn dafür passend: Er wird von Hämoglobin ausreichend absorbiert, und er dringt tief genug ein, um auch die etwas tiefer liegenden bläulichen Gefäße zu erreichen – anders als kurzwellige Systeme, die vor allem an der Oberfläche wirken.

Entscheidend ist die Pulsdauer. Die Gefäßwand muss über einen längeren Zeitraum erhitzt werden, damit sie koaguliert – das gelingt nur mit Impulsen im Millisekundenbereich. Der Pento 9900 liefert genau dieses Profil und deckt mit derselben Plattform zusätzlich die Haarentfernung ab. Das physikalische Prinzip dahinter erklärt der Beitrag zur selektiven Photothermolyse.

Gut zu wissen

Zur Abgrenzung: Q-switched-Systeme arbeiten ebenfalls mit 1064 nm, geben ihre Energie aber in Nanosekunden ab. Dieses Pulsregime zersprengt Pigment – für Tattoo- und Pigmentbehandlungen ideal, für die Gefäßkoagulation ungeeignet. Der Unterschied ist im Beitrag Long-Pulse vs. Q-switched erklärt.

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Ablauf der Laserbehandlung

  1. 1Ärztliche Untersuchung mit Ausschluss einer behandlungsbedürftigen Venenschwäche
  2. 2Analyse von Gefäßkaliber, Tiefe und Hauttyp; Festlegung von Wellenlänge, Fluenz und Pulsdauer
  3. 3Testbehandlung eines kleinen Areals, um die Reaktion zu beurteilen
  4. 4Behandlung der Gefäße, je nach Ausdehnung 10 bis 30 Minuten; Kühlung während und nach der Sitzung
  5. 5Kontrolle nach vier bis sechs Wochen; verbliebene Gefäße werden nachbehandelt

Meist sind ein bis drei Sitzungen nötig. Direkt nach der Behandlung sind Rötung und leichte Schwellung normal; behandelte Gefäße dunkeln zunächst nach und werden über Wochen abgebaut.

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Nachsorge und Erfolgssicherung

  • Kompression nach der Behandlung – Dauer und Stärke legt die Praxis fest
  • Sonne meiden für etwa zwei bis vier Wochen, danach konsequenter Lichtschutz auf den behandelten Arealen
  • Sauna, heiße Bäder und intensiven Sport in den ersten Tagen aussetzen
  • Bewegung dagegen fördern: Gehen aktiviert die Muskelpumpe und unterstützt den Rückfluss
  • Beine hochlegen, wo möglich, in den ersten Tagen nach der Behandlung
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Risiken und Grenzen

Zu erwarten sind Rötung, Schwellung, Quaddeln entlang der behandelten Gefäße und gelegentlich kleine Blutergüsse. Sie klingen meist innerhalb weniger Tage ab.

Relevanter sind zwei spezifische Risiken: Hyperpigmentierung entlang der behandelten Gefäße, die sich über Wochen bis Monate zurückbildet und bei dunkleren Hauttypen häufiger auftritt – hier ist die Parameterwahl nach Fitzpatrick entscheidend. Und Matting, das Auftreten feinster neuer Gefäßnetze im behandelten Areal, das nach Verödung wie nach Laserbehandlung vorkommen kann.

Zur ehrlichen Einordnung gehört auch: Besenreiser können wiederkommen. Behandelte Gefäße verschwinden dauerhaft, aber die zugrunde liegende Veranlagung bleibt – neue Gefäße können sich an anderer Stelle bilden. Nicht behandelt wird bei akuten Thrombosen, offenen Wunden oder Infektionen im Areal, in der Schwangerschaft sowie bei den allgemeinen Kontraindikationen.

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Vorbeugen: was tatsächlich hilft

Vollständig verhindern lassen sich Besenreiser bei entsprechender Veranlagung nicht. Der Verlauf lässt sich aber beeinflussen: regelmäßige Bewegung, besonders Gehen, Schwimmen und Radfahren; langes Stehen und Sitzen unterbrechen; Beine hochlegen; Wechselduschen; Normalgewicht halten; Rauchverzicht; Hitze durch Sauna und ausgiebige Sonnenbäder in Maßen. Wer beruflich viel steht, profitiert von Kompressionsstrümpfen als Vorbeugung.

Besenreiser im Gesicht folgen anderen Ursachen und werden anders behandelt – dazu der Beitrag Couperose und Besenreiser im Gesicht.

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Der Pento 9900 vereint die Goldstandard-Wellenlängen 755 nm und 1064 nm – für ein breites Behandlungsspektrum von Haarentfernung bis Gefäßen.

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Häufige Fragen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.