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Anwendung

Tattooentfernung mit Laser

Kurzantwort

Bei der Laser-Tattooentfernung treffen ultrakurze Lichtimpulse das Farbpigment und zerlegen es photoakustisch in feinste Bruchstücke, die der Körper über das Lymphsystem abtransportiert. Entscheidend sind zwei Größen: die Pulsdauer – Nanosekunden beim Q-switched-Laser, Pikosekunden beim Pico-Laser – und die Wellenlänge, die zur jeweiligen Tattoofarbe passen muss. Die Behandlung ist nach NiSV approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Pico- & Q-switched-LaserVerfahren
1064 · 532 · 585 · 650 nmWellenlängen
photoakustische FragmentierungWirkprinzip
NiSV – ärztlichRecht
Medizinisch geprüftDermacom FachredaktionÄsthetische Medizintechnik6 Min. LesezeitJuli 2026
Empfohlenes System300 ps · bis zu 4 WellenlängenZum System
Tattooentfernung mit Laser
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Wie funktioniert die Laser-Tattooentfernung?

attoofarbe liegt als Pigmentcluster in der Dermis – zu groß, als dass der Körper sie abtransportieren könnte. Genau hier setzt der Laser an: Er sendet einen extrem kurzen, energiereichen Lichtimpuls aus, den das Pigment absorbiert, das umliegende Gewebe aber weitgehend nicht.

Weil die Energie in einem Bruchteil einer Sekunde ankommt, kann die Wärme nicht abfließen. Im Pigment entsteht eine Druckwelle, die den Farbpartikel mechanisch zersprengt – der photoakustische Effekt. Die entstandenen Bruchstücke sind klein genug, dass Fresszellen sie aufnehmen und über das Lymphsystem abtransportieren können.

Gut zu wissen

Der Laser entfernt die Farbe nicht selbst – er macht sie nur abtransportierbar. Die eigentliche Arbeit übernimmt das körpereigene Immunsystem in den Wochen nach der Sitzung. Deshalb braucht es Abstände zwischen den Behandlungen.

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Nanosekunden oder Pikosekunden – der entscheidende Unterschied

Beide Lasertypen arbeiten nach demselben Prinzip, unterscheiden sich aber in der Pulsdauer – und die entscheidet, wie fein das Pigment zerfällt.

Q-switched-Laser geben ihre Energie in Nanosekunden ab, also in Milliardstel einer Sekunde. Sie sind seit Jahrzehnten der etablierte Standard für Tattoo- und Pigmententfernung. Ein Teil der Energie wirkt dabei auch thermisch.

Pico-Laser verkürzen den Puls um den Faktor tausend auf Pikosekunden – Billionstel einer Sekunde. Dadurch verschiebt sich die Balance klar zum photoakustischen Effekt: Das Pigment zerfällt in feinere Fragmente, bei geringerem Wärmeeintrag ins umliegende Gewebe. Interessant ist das vor allem bei mehrfarbigen, dichten oder bereits mehrfach vorbehandelten Tattoos.

Welches System sinnvoll ist, hängt vom Behandlungsspektrum ab – beide Technologien haben ihren Platz. Ein ausführlicher Vergleich findet sich unter Pico-Laser vs. Q-Switched.

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Welche Wellenlänge erreicht welche Farbe?

Pigment absorbiert nicht jedes Licht gleich gut. Eine Wellenlänge, die Schwarz zuverlässig erreicht, läuft an Grün nahezu wirkungslos vorbei. Deshalb bestimmt das verfügbare Wellenlängen-Spektrum, welche Tattoos ein System überhaupt adressieren kann.

WellenlängeAdressiert vor allemEindringtiefe
1064 nmSchwarz, Dunkelblau, dermale Pigmentetief
532 nmRot, Orange, Braun, epidermale Pigmenteoberflächlich
585 nmHellblau, Türkismittel
650 nmGrünmittel

Schwarze Tattoos gelten als am zugänglichsten, weil Schwarz breitbandig absorbiert. Grün- und Blautöne gehören zu den anspruchsvollsten Farben – sie sprechen erst auf die Zusatzwellenlängen 585 und 650 nm an, die nicht jedes Gerät mitbringt.

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Was den Verlauf beeinflusst

Kein Tattoo verhält sich wie das andere. Diese Faktoren bestimmen, wie aufwendig eine Entfernung wird:

  • Farbspektrum: Schwarz und Dunkelblau sind zugänglicher als Grün, Türkis oder helle Mischtöne
  • Pigmentdichte und Tiefe: Professionell gestochene Tattoos sitzen tiefer und dichter als Laientattoos
  • Alter des Tattoos: Ältere Tattoos sind oft bereits teilweise abgebaut
  • Vorbehandlungen: Bereits mehrfach gelaserte Areale können hartnäckige Restpigmente enthalten
  • Lage am Körper: Areale mit gutem Lymphabfluss – etwa rumpfnah – bauen Pigment schneller ab als Hände oder Unterschenkel
  • Hauttyp: Bei dunkleren Hauttypen konkurriert Melanin um die Laserenergie, was angepasste Parameter verlangt
  • Individuelle Immunantwort: Der Abtransport der Fragmente ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich
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So läuft eine Behandlung ab

Der Ablauf ist in den meisten Praxen vergleichbar, auch wenn Details je nach Befund variieren:

  1. 1Ärztliche Beratung: Anamnese, Hauttyp-Bestimmung, Beurteilung von Farbspektrum und Tattoo-Zustand, Aufklärung über Verlauf und Risiken
  2. 2Testareal: Behandlung einer kleinen Fläche, um Reaktion und Parameter zu prüfen – besonders bei bunten Tattoos und Permanent-Make-up
  3. 3Vorbereitung: Reinigung des Areals, Augenschutz für alle Anwesenden, bei Bedarf Kühlung oder topische Betäubung
  4. 4Behandlung: Der Laser wird Puls für Puls über das Areal geführt; das Pigment färbt sich sofort milchig-weiß
  5. 5Nachsorge vor Ort: Kühlung, Wundauflage, Verhaltenshinweise für die Folgetage
  6. 6Abheilphase: konsequenter Sonnenschutz, kein Reiben oder Kratzen, Krusten nicht ablösen
  7. 7Kontrolle und Folgetermin: Der Abstand richtet sich nach Abheilung und Pigmentabbau
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Warum die Haut sofort weiß wird

Unmittelbar nach dem Puls färbt sich das behandelte Areal milchig-weiß. Diese Reaktion heißt Immediate Whitening Reaction und entsteht durch winzige Dampf- und Gasbläschen – Vakuolen – an der Epidermis-Dermis-Grenze und rund um die Pigmentcluster.

Die Weißfärbung verblasst in der Regel nach etwa 15 bis 20 Minuten. Sie ist mehr als ein optisches Phänomen: Die Bläschen streuen das Laserlicht und schirmen tiefer liegendes Pigment ab. Deshalb bringt es wenig, in derselben Sitzung beliebig oft nachzusetzen – genau hier setzen Mehrpass-Verfahren und Kombinationstechniken an.

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Wenn Pico und CO2 kombiniert werden

Manche Ärztinnen und Ärzte schalten der Tattooentfernung einen fraktionierten ablativen Laser vor. Der Gedanke dahinter ist physikalisch nachvollziehbar: Der CO2- oder Er:YAG-Laser setzt feine Mikrokanäle durch Epidermis und obere Dermis.

Diese Kanäle wirken doppelt. Sie verringern die optische Abschirmung an der Hautoberfläche, sodass mehr Licht zu tiefer liegendem, hartnäckigem Pigment vordringt. Und sie dienen als Ventile für die Gase, die beim Pigmentzerfall entstehen – experimentelle Arbeiten zeigen, dass sich dadurch bei gleichem Gewebeschaden höhere Fluenzen einsetzen lassen. Gleichzeitig adressiert der fraktionierte Laser die Hauttextur im behandelten Areal.

Gut zu wissen

Ob, wann und wie kombiniert wird, entscheidet ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Einzelfall. Die Hintergründe erklärt die Seite Pico-Laser vs. CO2-Laser.

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Grenzen, Risiken und Sonderfälle

Laser-Tattooentfernung ist ein medizinischer Eingriff mit realen Risiken. Fachgerecht durchgeführt sind die häufigsten Reaktionen vorübergehend – Rötung, Schwellung, Krustenbildung. Relevant sind vor allem diese Punkte:

  • Paradoxe Verdunkelung: Fleischfarbene und weiße Permanent-Make-up-Pigmente enthalten häufig Eisenoxid. Unter Laserlicht kann rotbraunes Fe₂O₃ zu schwarzem FeO reduziert werden – das Pigment wird dunkler statt heller. Ein Testareal ist hier Pflicht.
  • Pigmentverschiebungen: Vorübergehende Aufhellungen oder Verdunkelungen der Haut sind möglich, besonders bei dunkleren Hauttypen und ohne konsequenten Sonnenschutz.
  • Narbenbildung: Bei zu hoher Energie, Infektion oder mechanischer Manipulation der Krusten möglich.
  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann die Freisetzung von Pigmentbestandteilen allergische Reaktionen auslösen.
  • Restpigmente: Ein vollständiges Verschwinden lässt sich nicht zusichern; manche Farben und Tiefen bleiben in unterschiedlichem Maß sichtbar.
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Wer darf Tattoos entfernen?

Seit der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung (NiSV) ist die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up mit Lasern in Deutschland approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Kosmetikstudios dürfen diese Behandlungen nicht mehr anbieten.

Für Praxen bedeutet das zweierlei: eine rechtlich klar abgegrenzte Leistung ohne Wettbewerb aus dem Kosmetikbereich – und die Pflicht zu entsprechender Fachkunde für alle Anwendenden.

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Zwei Systeme für Tattoo und Pigment

Für die Tattoo- und Pigmententfernung führt Dermacom zwei Systeme mit unterschiedlichen Schwerpunkten – beide sind für diese Indikation ausgelegt, sie unterscheiden sich in Pulsdauer und Farbspektrum.

MerkmalPICO KCuRAS Hybrid
TechnologiePicosekundenlaserQ-switched Nd:YAG
Pulsdauer300 ps, ca. 2 % AbweichungNanosekundenbereich
Wellenlängen1064 · 532 nm serienmäßig, 585 · 650 nm optional1064 · 532 nm
Spitzenleistungbis 2,0 GWsystemabhängig
BesonderheitenTop-Hat-Strahlprofil, MLA-Handstück für fraktionierte BehandlungenDOE-, Zoom-Collimation- und MLA-Pico-Handstück
Typische Schwerpunktemehrfarbige, dichte und vorbehandelte Tattoos, Pigment, ToningTattoo, Pigment, Melasma, Carbon Peeling

PICO K – das breiteste Farbspektrum

Der PICO K arbeitet mit stabilen 300-Pikosekunden-Impulsen bei bis zu 2,0 GW Spitzenleistung. Durch die kurze Pulsdauer dominiert der photoakustische Effekt: Das Pigment zerfällt feiner, bei geringerem Wärmeeintrag. Mit bis zu vier Wellenlängen deckt er auch die anspruchsvollen Grün- und Blautöne ab, und das MLA-Handstück erweitert das Spektrum um fraktionierte Hautbild-Behandlungen.

CuRAS Hybrid – der bewährte Klassiker

Der CuRAS Hybrid ist ein Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm und damit seit Jahrzehnten etablierter Standard für Tattoo und Pigment. Über drei Handstücke deckt er zusätzlich Melasma und Carbon Peeling ab – ein breites Anwendungsfeld bei in der Regel niedrigerer Einstiegsinvestition.

Gut zu wissen

Beide Systeme kommen von Dermacom – mit Einweisung, Service und deutschlandweitem Support. Welches zur Praxis passt, hängt vom geplanten Indikationsmix ab. Den direkten Technologie-Vergleich zeigt Pico-Laser vs. Q-Switched; Grundlagen und Kaufkriterien erklärt Pico-Laser (Picosekundenlaser).

Mit dem PICO K

Tattoo & Pigment in Pikosekunden

Der PICO K von Dermacom liefert stabile 300-ps-Impulse mit bis zu 2,0 GW und bis zu vier Wellenlängen (1064 · 532 · 585 · 650 nm) – für alle gängigen Tattoofarben, Pigment und Toning.

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Mit dem PICO K

Häufige Fragen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.