Pigmentflecken entfernen mit Laser: Verfahren, Ablauf und Grenzen
Beim Entfernen von Pigmentflecken nimmt Melanin die Laserenergie auf und wird in feine Bruchstücke zerlegt, die der Körper abtransportiert. Entscheidend ist, in welcher Hauttiefe das Pigment sitzt: Oberflächliche Flecken sprechen auf 532 nm an, tiefere dermale Pigmente brauchen 1064 nm. Vor jeder Behandlung steht die ärztliche Abklärung – die Laserbehandlung pigmentierter Hautveränderungen ist nach NiSV approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Empfohlenes System
300 ps · bis zu 4 WellenlängenZum System→
Erst die Diagnose, dann der Laser
Pigmentfleck ist ein Sammelbegriff, kein Befund. Dahinter stehen sehr unterschiedliche Veränderungen – und sie verhalten sich unter dem Laser völlig verschieden:
- Lentigines solares (Sonnen- und Altersflecken): scharf begrenzt, epidermal, die klassische Laser-Indikation - Epheliden (Sommersprossen): epidermal, sprechen gut an, kehren unter Sonne aber zurück - Melasma: flächig, hormonell mitbedingt, teils dermal – ein Sonderfall mit hoher Rezidivneigung - Postinflammatorische Hyperpigmentierung: nach Akne, Verletzungen oder Behandlungen entstanden - Café-au-lait-Flecken und melanozytäre Nävi: gehören zwingend in ärztliche Beurteilung - Nävus Ota / Hori-Nävus: tief dermal, verlangt lange Wellenlängen ! Der wichtigste Schritt findet vor dem ersten Puls statt: die Abgrenzung harmloser Pigmentierungen von malignen Veränderungen. Ein Melanom, das für einen Altersfleck gehalten und weggelasert wird, verliert seine diagnostische Spur. Genau deshalb liegt die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen in ärztlicher Hand.
Wie der Laser Pigment adressiert
Das Prinzip heißt selektive Photothermolyse: Man wählt eine Wellenlänge, die vom Zielpigment stark aufgenommen wird, und einen Impuls, der kürzer ist als die Zeit, die das Gewebe zum Abkühlen braucht. Die Energie bleibt dadurch im Pigment und belastet das Umfeld kaum.
Melanin absorbiert breitbandig – von grünem Licht bis ins nahe Infrarot, mit fallender Absorption bei längeren Wellenlängen. Das ist zugleich Chance und Schwierigkeit: Der Fleck nimmt Energie auf, das Melanin der umgebenden Haut aber auch. Bei gebräunter oder von Natur aus dunklerer Haut konkurriert dieses Hintergrund-Melanin um dieselbe Energie – der Grund für angepasste Parameter und konsequenten Sonnenschutz.
Epidermal oder dermal – der entscheidende Unterschied
Wie tief das Pigment sitzt, bestimmt fast alles: Wellenlänge, Verlauf und realistische Erwartung.
Epidermale Pigmente liegen in der Oberhaut. Sie sind mit kurzen Wellenlängen gut erreichbar, färben sich nach der Behandlung typischerweise dunkler, bilden feine Krusten und lösen sich in den Folgetagen mit der Hornschicht ab.
Dermale Pigmente sitzen in der Lederhaut. Hier braucht es längere Wellenlängen, die tiefer eindringen – und der Abbau über das Lymphsystem dauert entsprechend länger.
Viele Befunde sind gemischt. Welche Anteile vorliegen, lässt sich klinisch und mit Hilfsmitteln wie der Wood-Lampe eingrenzen und bestimmt die Wahl des Verfahrens.
Welche Wellenlänge für welches Pigment?
| Wellenlänge | Erreicht vor allem | Typische Indikationen |
|---|---|---|
| 532 nm | epidermal, oberflächlich | Lentigines, Epheliden, oberflächliche Hyperpigmentierung |
| 1064 nm | dermal, tief | dermale Pigmente, Toning, dunklere Hauttypen |
| 585 nm | mittlere Tiefe | ergänzend bei gemischten Befunden |
| 650 nm | mittlere Tiefe | ergänzend bei gemischten Befunden |
Für rein epidermale Flecken genügt oft eine kurze Wellenlänge. Sobald dermale Anteile im Spiel sind, entscheidet die Verfügbarkeit längerer Wellenlängen darüber, ob ein System den Befund überhaupt erreicht.
Pico oder Q-switched bei Pigment?
Beide Laserklassen arbeiten mit ultrakurzen Impulsen und sind für Pigment etabliert – der Unterschied liegt in der Pulsdauer.
Der Q-switched-Laser arbeitet im Nanosekundenbereich und ist der bewährte Standard für epidermale Pigmente, Lentigines und Toning.
Der Pico-Laser verkürzt den Impuls auf Pikosekunden. Dadurch dominiert der photoakustische Effekt gegenüber dem thermischen: Das Pigment zerfällt feiner, bei geringerem Wärmeeintrag ins Umfeld. Das ist besonders dort interessant, wo Wärme unerwünscht ist – etwa bei dunkleren Hauttypen oder bei Befunden mit Neigung zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung.
Die technischen Unterschiede erklärt die Seite Pico-Laser vs. Q-Switched im Detail.
Melasma – der Sonderfall
Melasma verhält sich anders als jeder andere Pigmentbefund und verdient eigene Zurückhaltung. Es ist hormonell mitbedingt, oft gemischt epidermal-dermal und hat eine ausgeprägte Rezidivneigung. Aggressive Einstellungen können den Befund verschlechtern statt verbessern.
Etabliert haben sich deshalb zurückhaltende Konzepte mit niedrigen Fluenzen über mehrere Sitzungen, kombiniert mit konsequentem Sonnenschutz und topischer Begleittherapie. Melasma ist kein Fall für schnelle Ergebnisse, sondern für Management über längere Zeit – das gehört auch in die Patientenaufklärung.
So läuft eine Behandlung ab
Der Ablauf variiert je nach Befund, folgt in der Praxis aber meist diesem Muster:
- 1Ärztliche Diagnostik: Abgrenzung harmloser von auffälligen Pigmentveränderungen, Hauttyp-Bestimmung, Einordnung epidermal oder dermal
- 2Aufklärung: realistische Erwartung, Verlauf, Risiken, Verhalten vor und nach der Behandlung
- 3Testareal: besonders bei dunkleren Hauttypen, flächigen Befunden und Melasma
- 4Vorbereitung: Reinigung des Areals, Augenschutz für alle Anwesenden, bei Bedarf Kühlung
- 5Behandlung: Der Laser wird über den Fleck geführt; epidermale Pigmente dunkeln sichtbar nach
- 6Abheilphase: Krusten nicht ablösen, Areal schonen, konsequenter Sonnenschutz
- 7Kontrolle: Beurteilung des Ergebnisses und Entscheidung über weitere Sitzungen
Risiken und was den Verlauf begrenzt
Fachgerecht durchgeführt sind Rötung, Schwellung und feine Krustenbildung die üblichen, vorübergehenden Reaktionen. Darüber hinaus sind vor allem drei Punkte relevant:
- Postinflammatorische Hyperpigmentierung: Die Haut reagiert auf den Reiz mit zusätzlichem Pigment. Das Risiko steigt mit dunklerem Hauttyp und fehlendem Sonnenschutz. - Hypopigmentierung: Zu hohe Energie kann Aufhellungen hinterlassen, die schlecht korrigierbar sind. - Rezidive: Die Ursache bleibt bestehen. Ohne UV-Schutz kehren Sonnen- und Altersflecken zurück, hormonell bedingte Befunde ohnehin leichter. ! Sonnenschutz ist kein Zusatz, sondern Teil der Behandlung. Ohne ihn arbeitet jede Sitzung gegen die tägliche Neuschädigung – vor der Behandlung, in der Abheilung und dauerhaft danach.
Wer darf Pigmentflecken lasern?
Die Laserbehandlung pigmentierter Hautveränderungen fällt in Deutschland unter den Arztvorbehalt nach § 5 Abs. 2 NiSV. Seit dem 31. Dezember 2020 dürfen solche Anwendungen nur von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Weiter- oder Fortbildung durchgeführt werden. Dasselbe gilt für Gefäßveränderungen sowie die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up.
Für Praxen ist das ein struktureller Vorteil: Die Indikation liegt rechtlich klar außerhalb des Kosmetikbereichs, und die Nachfrage läuft direkt in die ärztliche Praxis.
Zwei Systeme für Pigment und Tattoo
Für Pigment- und Tattoo-Indikationen führt Dermacom zwei Systeme mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
| Merkmal | PICO K | CuRAS Hybrid |
|---|---|---|
| Technologie | Picosekundenlaser | Q-switched Nd:YAG |
| Pulsdauer | 300 ps, ca. 2 % Abweichung | Nanosekundenbereich |
| Wellenlängen | 1064 · 532 nm serienmäßig, 585 · 650 nm optional | 1064 · 532 nm |
| Schwerpunkte | gemischte und dermale Befunde, Toning, dunklere Hauttypen | Lentigines, epidermale Pigmente, Melasma-Konzepte, Carbon Peeling |
PICO K – wenn Wärme unerwünscht ist
Der PICO K arbeitet mit stabilen 300-Pikosekunden-Impulsen und bis zu vier Wellenlängen. Die kurze Pulsdauer verlagert die Wirkung zum photoakustischen Effekt – geringerer Wärmeeintrag bei gleichzeitig feinerer Fragmentierung, was besonders bei empfindlichen Befunden und dunkleren Hauttypen ins Gewicht fällt.
CuRAS Hybrid – der etablierte Pigment-Klassiker
Der CuRAS Hybrid ist ein Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm und deckt das klassische Pigment-Spektrum ab – von Lentigines über Toning bis zum Carbon Peeling.
Beide Systeme kommen von Dermacom, mit Einweisung, Service und deutschlandweitem Support. Grundlagen und Kaufkriterien erklärt die Seite Pico-Laser (Picosekundenlaser).

Tattoo & Pigment in Pikosekunden
Der PICO K von Dermacom liefert stabile 300-ps-Impulse mit bis zu 2,0 GW und bis zu vier Wellenlängen (1064 · 532 · 585 · 650 nm) – für alle gängigen Tattoofarben, Pigment und Toning.
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Häufige Fragen
Der Laser sendet einen ultrakurzen Impuls aus, dessen Wellenlänge gezielt vom Melanin aufgenommen wird. Die Energie zerlegt das Pigment in feine Bruchstücke, die der Körper abtransportiert. Oberflächliche Pigmente dunkeln dabei zunächst nach, bilden feine Krusten und lösen sich mit der Hornschicht ab; tiefer liegende Pigmente werden über das Lymphsystem abgebaut, was länger dauert.
Das hängt von Art, Tiefe, Größe und Zahl der Flecken sowie vom Hauttyp ab. Scharf begrenzte oberflächliche Flecken sprechen anders an als flächige oder dermale Befunde. Eine belastbare Einschätzung ist erst nach ärztlicher Begutachtung möglich.
Das ist bei epidermalen Pigmenten der erwartete Verlauf: Das behandelte Pigment tritt zunächst deutlicher hervor und bildet eine feine Kruste, die sich in den Folgetagen mit der obersten Hautschicht löst. Wichtig ist, die Krusten nicht abzulösen und das Areal vor Sonne zu schützen.
Möglich, denn die Ursache bleibt bestehen. UV-Strahlung regt die Melaninbildung erneut an, hormonell mitbedingte Befunde wie Melasma neigen ohnehin zum Rezidiv. Konsequenter Sonnenschutz ist deshalb Teil des Behandlungskonzepts, nicht nur eine Empfehlung danach.
Ja, sie verlangt aber besondere Sorgfalt. Da das Melanin der umgebenden Haut um dieselbe Energie konkurriert, steigen die Risiken für Pigmentverschiebungen. Längere Wellenlängen, niedrigere Fluenzen, Testareale und kürzere Pulsdauern reduzieren die thermische Belastung – die Beurteilung erfolgt ärztlich.
Melasma ist ein Sonderfall. Aggressive Einstellungen können den Befund verschlechtern, weshalb sich zurückhaltende Konzepte mit niedrigen Fluenzen über mehrere Sitzungen etabliert haben, begleitet von konsequentem Sonnenschutz und topischer Therapie. Ein dauerhaft pigmentfreies Ergebnis lässt sich nicht zusichern; Melasma wird über längere Zeit gemanagt.
Beide sind etabliert. Der Q-switched-Laser ist der bewährte Standard für epidermale Pigmente und Toning. Der Pico-Laser bringt durch die kürzere Pulsdauer weniger Wärme ins Gewebe und fragmentiert feiner, was bei dunkleren Hauttypen und empfindlichen Befunden von Vorteil sein kann. Welches System sinnvoll ist, richtet sich nach dem Indikationsmix der Praxis.
Die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen mit Lasern oder intensiven Lichtquellen fällt unter den Arztvorbehalt nach § 5 Abs. 2 NiSV und ist seit dem 31. Dezember 2020 approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiter- oder Fortbildung vorbehalten. Kosmetikstudios dürfen diese Anwendungen nicht anbieten.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.