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Anwendung

Pigmentflecken entfernen mit Laser: Verfahren, Ablauf und Grenzen

Kurzantwort

Beim Entfernen von Pigmentflecken nimmt Melanin die Laserenergie auf und wird in feine Bruchstücke zerlegt, die der Körper abtransportiert. Entscheidend ist, in welcher Hauttiefe das Pigment sitzt: Oberflächliche Flecken sprechen auf 532 nm an, tiefere dermale Pigmente brauchen 1064 nm. Vor jeder Behandlung steht die ärztliche Abklärung – die Laserbehandlung pigmentierter Hautveränderungen ist nach NiSV approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

MelaninZiel im Gewebe
532 · 1064 nmWellenlängen
selektive PhotothermolyseWirkprinzip
NiSV – ärztlichRecht
Medizinisch geprüftDermacom FachredaktionÄsthetische Medizintechnik5 Min. LesezeitJuli 2026
Empfohlenes System300 ps · bis zu 4 WellenlängenZum System
Pigmentflecken entfernen mit Laser: Verfahren, Ablauf und Grenzen
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Erst die Diagnose, dann der Laser

igmentfleck ist ein Sammelbegriff, kein Befund. Dahinter stehen sehr unterschiedliche Veränderungen – und sie verhalten sich unter dem Laser völlig verschieden:

- Lentigines solares (Sonnen- und Altersflecken): scharf begrenzt, epidermal, die klassische Laser-Indikation - Epheliden (Sommersprossen): epidermal, sprechen gut an, kehren unter Sonne aber zurück - Melasma: flächig, hormonell mitbedingt, teils dermal – ein Sonderfall mit hoher Rezidivneigung - Postinflammatorische Hyperpigmentierung: nach Akne, Verletzungen oder Behandlungen entstanden - Café-au-lait-Flecken und melanozytäre Nävi: gehören zwingend in ärztliche Beurteilung - Nävus Ota / Hori-Nävus: tief dermal, verlangt lange Wellenlängen ! Der wichtigste Schritt findet vor dem ersten Puls statt: die Abgrenzung harmloser Pigmentierungen von malignen Veränderungen. Ein Melanom, das für einen Altersfleck gehalten und weggelasert wird, verliert seine diagnostische Spur. Genau deshalb liegt die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen in ärztlicher Hand.

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Wie der Laser Pigment adressiert

Das Prinzip heißt selektive Photothermolyse: Man wählt eine Wellenlänge, die vom Zielpigment stark aufgenommen wird, und einen Impuls, der kürzer ist als die Zeit, die das Gewebe zum Abkühlen braucht. Die Energie bleibt dadurch im Pigment und belastet das Umfeld kaum.

Melanin absorbiert breitbandig – von grünem Licht bis ins nahe Infrarot, mit fallender Absorption bei längeren Wellenlängen. Das ist zugleich Chance und Schwierigkeit: Der Fleck nimmt Energie auf, das Melanin der umgebenden Haut aber auch. Bei gebräunter oder von Natur aus dunklerer Haut konkurriert dieses Hintergrund-Melanin um dieselbe Energie – der Grund für angepasste Parameter und konsequenten Sonnenschutz.

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Epidermal oder dermal – der entscheidende Unterschied

Wie tief das Pigment sitzt, bestimmt fast alles: Wellenlänge, Verlauf und realistische Erwartung.

Epidermale Pigmente liegen in der Oberhaut. Sie sind mit kurzen Wellenlängen gut erreichbar, färben sich nach der Behandlung typischerweise dunkler, bilden feine Krusten und lösen sich in den Folgetagen mit der Hornschicht ab.

Dermale Pigmente sitzen in der Lederhaut. Hier braucht es längere Wellenlängen, die tiefer eindringen – und der Abbau über das Lymphsystem dauert entsprechend länger.

Viele Befunde sind gemischt. Welche Anteile vorliegen, lässt sich klinisch und mit Hilfsmitteln wie der Wood-Lampe eingrenzen und bestimmt die Wahl des Verfahrens.

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Welche Wellenlänge für welches Pigment?

WellenlängeErreicht vor allemTypische Indikationen
532 nmepidermal, oberflächlichLentigines, Epheliden, oberflächliche Hyperpigmentierung
1064 nmdermal, tiefdermale Pigmente, Toning, dunklere Hauttypen
585 nmmittlere Tiefeergänzend bei gemischten Befunden
650 nmmittlere Tiefeergänzend bei gemischten Befunden

Für rein epidermale Flecken genügt oft eine kurze Wellenlänge. Sobald dermale Anteile im Spiel sind, entscheidet die Verfügbarkeit längerer Wellenlängen darüber, ob ein System den Befund überhaupt erreicht.

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Pico oder Q-switched bei Pigment?

Beide Laserklassen arbeiten mit ultrakurzen Impulsen und sind für Pigment etabliert – der Unterschied liegt in der Pulsdauer.

Der Q-switched-Laser arbeitet im Nanosekundenbereich und ist der bewährte Standard für epidermale Pigmente, Lentigines und Toning.

Der Pico-Laser verkürzt den Impuls auf Pikosekunden. Dadurch dominiert der photoakustische Effekt gegenüber dem thermischen: Das Pigment zerfällt feiner, bei geringerem Wärmeeintrag ins Umfeld. Das ist besonders dort interessant, wo Wärme unerwünscht ist – etwa bei dunkleren Hauttypen oder bei Befunden mit Neigung zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung.

Die technischen Unterschiede erklärt die Seite Pico-Laser vs. Q-Switched im Detail.

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Melasma – der Sonderfall

Melasma verhält sich anders als jeder andere Pigmentbefund und verdient eigene Zurückhaltung. Es ist hormonell mitbedingt, oft gemischt epidermal-dermal und hat eine ausgeprägte Rezidivneigung. Aggressive Einstellungen können den Befund verschlechtern statt verbessern.

Etabliert haben sich deshalb zurückhaltende Konzepte mit niedrigen Fluenzen über mehrere Sitzungen, kombiniert mit konsequentem Sonnenschutz und topischer Begleittherapie. Melasma ist kein Fall für schnelle Ergebnisse, sondern für Management über längere Zeit – das gehört auch in die Patientenaufklärung.

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So läuft eine Behandlung ab

Der Ablauf variiert je nach Befund, folgt in der Praxis aber meist diesem Muster:

  1. 1Ärztliche Diagnostik: Abgrenzung harmloser von auffälligen Pigmentveränderungen, Hauttyp-Bestimmung, Einordnung epidermal oder dermal
  2. 2Aufklärung: realistische Erwartung, Verlauf, Risiken, Verhalten vor und nach der Behandlung
  3. 3Testareal: besonders bei dunkleren Hauttypen, flächigen Befunden und Melasma
  4. 4Vorbereitung: Reinigung des Areals, Augenschutz für alle Anwesenden, bei Bedarf Kühlung
  5. 5Behandlung: Der Laser wird über den Fleck geführt; epidermale Pigmente dunkeln sichtbar nach
  6. 6Abheilphase: Krusten nicht ablösen, Areal schonen, konsequenter Sonnenschutz
  7. 7Kontrolle: Beurteilung des Ergebnisses und Entscheidung über weitere Sitzungen
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Risiken und was den Verlauf begrenzt

Fachgerecht durchgeführt sind Rötung, Schwellung und feine Krustenbildung die üblichen, vorübergehenden Reaktionen. Darüber hinaus sind vor allem drei Punkte relevant:

- Postinflammatorische Hyperpigmentierung: Die Haut reagiert auf den Reiz mit zusätzlichem Pigment. Das Risiko steigt mit dunklerem Hauttyp und fehlendem Sonnenschutz. - Hypopigmentierung: Zu hohe Energie kann Aufhellungen hinterlassen, die schlecht korrigierbar sind. - Rezidive: Die Ursache bleibt bestehen. Ohne UV-Schutz kehren Sonnen- und Altersflecken zurück, hormonell bedingte Befunde ohnehin leichter. ! Sonnenschutz ist kein Zusatz, sondern Teil der Behandlung. Ohne ihn arbeitet jede Sitzung gegen die tägliche Neuschädigung – vor der Behandlung, in der Abheilung und dauerhaft danach.

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Wer darf Pigmentflecken lasern?

Die Laserbehandlung pigmentierter Hautveränderungen fällt in Deutschland unter den Arztvorbehalt nach § 5 Abs. 2 NiSV. Seit dem 31. Dezember 2020 dürfen solche Anwendungen nur von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Weiter- oder Fortbildung durchgeführt werden. Dasselbe gilt für Gefäßveränderungen sowie die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up.

Für Praxen ist das ein struktureller Vorteil: Die Indikation liegt rechtlich klar außerhalb des Kosmetikbereichs, und die Nachfrage läuft direkt in die ärztliche Praxis.

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Zwei Systeme für Pigment und Tattoo

Für Pigment- und Tattoo-Indikationen führt Dermacom zwei Systeme mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

MerkmalPICO KCuRAS Hybrid
TechnologiePicosekundenlaserQ-switched Nd:YAG
Pulsdauer300 ps, ca. 2 % AbweichungNanosekundenbereich
Wellenlängen1064 · 532 nm serienmäßig, 585 · 650 nm optional1064 · 532 nm
Schwerpunktegemischte und dermale Befunde, Toning, dunklere HauttypenLentigines, epidermale Pigmente, Melasma-Konzepte, Carbon Peeling

PICO K – wenn Wärme unerwünscht ist

Der PICO K arbeitet mit stabilen 300-Pikosekunden-Impulsen und bis zu vier Wellenlängen. Die kurze Pulsdauer verlagert die Wirkung zum photoakustischen Effekt – geringerer Wärmeeintrag bei gleichzeitig feinerer Fragmentierung, was besonders bei empfindlichen Befunden und dunkleren Hauttypen ins Gewicht fällt.

CuRAS Hybrid – der etablierte Pigment-Klassiker

Der CuRAS Hybrid ist ein Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm und deckt das klassische Pigment-Spektrum ab – von Lentigines über Toning bis zum Carbon Peeling.

Gut zu wissen

Beide Systeme kommen von Dermacom, mit Einweisung, Service und deutschlandweitem Support. Grundlagen und Kaufkriterien erklärt die Seite Pico-Laser (Picosekundenlaser).

Mit dem PICO K

Tattoo & Pigment in Pikosekunden

Der PICO K von Dermacom liefert stabile 300-ps-Impulse mit bis zu 2,0 GW und bis zu vier Wellenlängen (1064 · 532 · 585 · 650 nm) – für alle gängigen Tattoofarben, Pigment und Toning.

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Mit dem PICO K

Häufige Fragen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.