Vaginallaser · Intimlaser · Gynolaser

Vaginale Lasertherapie: fraktionierter CO2-Laser in der Gynäkologie

Vaginale Lasertherapie, auch Vaginallaser, Intimlaser oder Scheidenlaser genannt, behandelt die Vaginalschleimhaut mit fraktionierten CO2-Impulsen; beim Fraxis Duo von CLASSYS heißt diese Anwendung Gynolaser. Ziel ist, bei Scheidentrockenheit und Beschwerden des Genitourinären Syndroms der Menopause die Schleimhaut anzuregen, ohne Hormone und ohne Operation. Diese Seite erklärt, wie das Verfahren wirkt, was die Studienlage sagt, wie eine Behandlung abläuft und mit welchem System Praxen arbeiten.

10.600 nm fraktioniert Meist 3 Sitzungen Ohne Narkose Ärztliche Behandlung
10.600 nm
CO2-Wellenlänge
Von Wasser absorbiert, fraktioniert in Mikrosäulen
3
Sitzungen
Meist drei Behandlungen im Abstand von 4–6 Wochen
< 15 min
je Sitzung
Ohne Narkose, ambulant in der Praxis
GSM
Hauptindikation
Scheidentrockenheit und Beschwerden der Menopause
Definition

Was ist vaginale Lasertherapie?

Kurz erklärt

Bei der vaginalen Lasertherapie behandelt ein fraktionierter CO2-Laser (10.600 nm) die Vaginalschleimhaut über eine Vaginalsonde. Der Strahl wird in ein Raster mikroskopischer Wärmepunkte aufgeteilt; das Gewebe dazwischen bleibt unversehrt. Die mikrothermischen Reize sollen Kollagen- und Elastinbildung sowie die Durchblutung anregen, sodass die durch Östrogenmangel dünn und trocken gewordene Schleimhaut wieder dicker und feuchter wird.

Entwickelt wurde die Methode um 2012 in Italien und international unter dem Markennamen MonaLisa Touch® bekannt. Heute bieten mehrere Hersteller CO2-Systeme mit Vaginalsonde an, bei CLASSYS unter der Bezeichnung Gynolaser für den Fraxis Duo; alternativ kommen Er:YAG-Laser zum Einsatz. Die Behandlung ist ärztlich, erfolgt ohne Narkose und wird meist in drei Sitzungen durchgeführt.

Laser
Fraktionierter CO2-Laser, 10.600 nm (Alternative: Er:YAG 2.940 nm)
Areal
Vaginalschleimhaut (360°), bei Bedarf Vulva
Hauptindikation
Genitourinäres Syndrom der Menopause, Scheidentrockenheit
Serie
Meist 3 Sitzungen, Abstand 4–6 Wochen
Betäubung
In der Regel keine; ggf. Creme an der Vulva
Durchführung
Ärztlich, meist gynäkologisch
Fraktionierter CO2-Laser auf der VaginalschleimhautSchematischer Querschnitt · nicht maßstäblichEPITHELLAMINA PROPRIAMUSKULARISintaktintaktintaktintaktCO2-Impuls 10.600 nmWärmezoneneues Kollagen
Wirkprinzip

Wie wirkt der CO2-Laser auf die Vaginalschleimhaut?

Der Vaginallaser nutzt dasselbe Prinzip wie das fraktionierte Hautresurfacing, nur mit deutlich geringerer Energie: Wasser in der Schleimhaut absorbiert die 10.600-nm-Impulse, in winzigen Säulen entsteht kontrollierte Wärme. Der Körper reagiert mit Wundheilung, Kollagenneubildung und Gefäßneubildung.

Grundlagen: Fraktionierter CO2-Laser, Ablativ vs. nicht-ablativ.

Fraktioniert statt flächig

Der CO2-Strahl wird in ein Raster mikroskopischer Punkte aufgeteilt. Zwischen den behandelten Säulen bleibt Gewebe unversehrt, das die Heilung trägt. Dadurch ist die Anwendung auf der Schleimhaut mit geringer Ausfallzeit möglich.

Grundlagen fraktionierter Lasertherapie

Wärme als Reiz, nicht als Abtrag

In der Gynäkologie arbeitet der CO2-Laser mit niedrigen Energien: Die mikrothermischen Zonen sollen Fibroblasten anregen, Kollagen und Elastin neu zu bilden und die Durchblutung der Schleimhaut zu fördern. Ziel ist eine dickere, besser befeuchtete Schleimhaut, kein Abtragen.

Wirkhypothese laut Herstellern und Studien

Vaginalsonde

Eine längliche Sonde mit Einmalschutz führt den Strahl in die Scheide; die Behandlung erfolgt in definierten Abständen über 360 Grad, meist in unter 15 Minuten. Die Vulva wird mit dem Standard-Handstück behandelt. Beim Fraxis Duo heißt die Sonde samt Anwendung Gynolaser.

Herstellerangaben CLASSYS (Fraxis Duo, 30 W CO2)
Indikationen

Wofür wird die vaginale Lasertherapie eingesetzt?

Die Indikation stellt die Frauenärztin oder der Frauenarzt nach Untersuchung. Diese Einordnung folgt der aktuellen Studien- und Leitlinienlage und nennt bewusst auch, wofür das Verfahren nicht geeignet ist.

Häufigste Indikation

Genitourinäres Syndrom der Menopause (GSM)

Trockenheit, Brennen, Juckreiz und Schmerzen beim Verkehr durch Östrogenmangel. Hier ist die vaginale Lasertherapie am besten untersucht, oft als Alternative, wenn lokale Hormone nicht gewünscht oder nicht möglich sind, etwa nach Brustkrebs.

Ärztlich zu prüfen

Leichte Belastungsinkontinenz

Studien zeigen uneinheitliche Ergebnisse; Fachgesellschaften sehen die Lasertherapie hier nicht als Ersatz für Beckenbodentraining oder operative Verfahren. Eine Wirkung darf nicht versprochen werden.

Ärztlich zu prüfen

Vaginale Laxheit (Relaxationssyndrom)

Erschlaffung des Vaginalgewebes nach Geburten oder mit dem Alter. Herstellerseitig als Indikation der Gynolaser-Anwendung genannt; die Studienlage ist dünner als bei GSM, ein Ergebnis wird nicht versprochen.

Off-Label

Lichen sclerosus

Einzelne Studien untersuchen den fraktionierten CO2-Laser als Ergänzung zur Kortison-Standardtherapie. Ob und wie er eingesetzt wird, ist eine ärztliche Einzelfallentscheidung.

Nicht empfohlen

„Intimverjüngung“ ohne Beschwerden

Kosmetische Anwendungen ohne medizinische Indikation werden von Fachgesellschaften kritisch gesehen; die FDA warnte 2018 vor entsprechenden Werbeversprechen. Diese Seite bewirbt sie nicht.

Evidenz, ehrlich eingeordnet

Was die Studienlage hergibt, und was nicht

Beobachtungsstudien zeigen überwiegend Verbesserungen der GSM-Beschwerden; kontrollierte Studien mit Scheinbehandlung fallen uneinheitlich aus. Fachgesellschaften bewerten die vaginale Lasertherapie als mögliche Option, nicht als Standardtherapie. Diese Seite trifft keine Wirksamkeitsversprechen; Aufklärung über Nutzen, Risiken und Alternativen gehört zu jeder Behandlung.

  • BeobachtungsstudienÜberwiegend Symptomverbesserung bei GSM über 12 Monate berichtet
  • Randomisierte StudienGemischt: einzelne RCTs 2021 ohne Unterschied zur Scheinbehandlung, andere mit Effekt
  • FDA 2018Warnung vor Werbeversprechen zur „Intimverjüngung“ ohne Indikation
Einordnung

CO2-Laser, Er:YAG, Radiofrequenz oder lokale Hormone?

Vier Wege bei Scheidentrockenheit und GSM, sachlich nebeneinander. Die lokale Östrogentherapie ist die Standardbehandlung; energiebasierte Verfahren sind eine Option, wenn Hormone nicht gewünscht oder nicht möglich sind.

MerkmalCO2-LaserEr:YAG-LaserRadiofrequenzLokale Östrogene
PrinzipFraktionierte Mikroverletzung + Wärme (10.600 nm)Fraktionierte oder nicht-ablative Wärme (2.940 nm, geringere Tiefe)Volumetrische Wärme ohne AblationHormonelle Wirkung auf die Schleimhaut
Ausfallzeit1–3 Tage Schonung, leichte Rötung möglichmeist geringerkeine bis geringkeine
Sitzungenmeist 3 im Abstand von 4–6 Wochenmeist 3meist 3dauerhaft, laufend
Evidenzzahlreiche Studien, gemischte kontrollierte ErgebnisseStudien vorhanden, ähnliche Einordnunggeringere StudienlageStandardtherapie mit hoher Evidenz
Typische AnwendungGSM/vaginale Atrophie, wenn Hormone nicht gewünscht oder möglichwie CO2Straffung, TrockenheitGSM/vaginale Atrophie

Die Tabelle ordnet Verfahren nach Prinzip, Aufwand und Studienlage. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung und trifft keine Aussage über die Überlegenheit eines Verfahrens.

Für Patientinnen

Ablauf, Nebenwirkungen und Kosten

  1. Gynäkologische Untersuchung, Ausschluss von Infektionen und unklaren Befunden, Aufklärung über Nutzen, Risiken und Alternativen
  2. Behandlung mit Einmalschutz an der Vaginalsonde, meist ohne Betäubung, unter 15 Minuten
  3. Wärmegefühl, leichte Rötung, vermehrter Ausfluss für wenige Tage sind normal
  4. Einige Tage kein Geschlechtsverkehr, kein Vollbad, kein Sport; Nachsorge nach Praxisvorgabe
  5. Serie von meist drei Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen, Kontrolle nach etwa drei Monaten

Kosten

Orientierung für Deutschland: 300 bis 600 € je Sitzung, 900 bis 1.800 € für eine Serie von drei Sitzungen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht; private Kassen entscheiden im Einzelfall. Den Preis legt die behandelnde Praxis fest.

Sie suchen eine Behandlung? Praxen, die mit CO2-Systemen von Dermacom arbeiten, finden Sie im Anwenderverzeichnis. Ob eine Praxis die gynäkologische Anwendung anbietet, erfragen Sie bitte direkt dort.

Für Praxis und Klinik

Fraxis Duo mit Gynolaser-Vaginalsonde

Der Fraxis Duo von CLASSYS (vormals ilooda) kombiniert einen 30-W-CO2-Laser mit RF-Microneedling. Mit der Gynolaser-Vaginalsonde wird er zum Vaginallaser für die Praxis: ein Gerät für Hautresurfacing, Narben und die gynäkologische Anwendung in unter 15 Minuten je Sitzung. Einweisung nach MPBetreibV, Anwenderschulung und Service kommen deutschlandweit von Dermacom. CO2 Laser kaufen oder leasen: der Fraxis Duo im Detail.

30 W CO2 + RF-Microneedling Gynolaser-Vaginalsonde 360° < 15 min je Sitzung Einweisung & Service
Fraxis Duo mit Gynolaser-Vaginalsonde – fraktionierter CO2-Laser bei Dermacom
Häufige Fragen

Vaginale Lasertherapie: häufige Fragen

Ein Verfahren, bei dem ein fraktionierter CO2-Laser (seltener ein Er:YAG-Laser) über eine Vaginalsonde die Vaginalschleimhaut mit einem Raster mikroskopischer Wärmepunkte behandelt. Ziel ist, die Neubildung von Kollagen und die Durchblutung anzuregen, sodass die Schleimhaut dicker und besser befeuchtet wird. Gebräuchliche Bezeichnungen sind vaginale Lasertherapie, Vaginallaser, Intimlaser, Scheidenlaser und CO2-Laser vaginal; Gynolaser ist der Name der Fraxis-Anwendung von CLASSYS, MonaLisa Touch® der von DEKA.
Gynolaser ist die Bezeichnung für die gynäkologische Anwendung des fraktionierten CO2-Lasers Fraxis Duo (CLASSYS, vormals ilooda) mit spezieller Vaginalsonde: ein 30-W-CO2-Laser, der die Vaginalschleimhaut in unter 15 Minuten fraktioniert behandelt, ohne Betäubung. Medizinisch ist es dasselbe Verfahren wie die vaginale Lasertherapie; Gynolaser ist der Name der Fraxis-Anwendung, nicht ein anderes Verfahren.
Am besten untersucht ist sie beim Genitourinären Syndrom der Menopause: Scheidentrockenheit, Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch Östrogenmangel. Bei leichter Belastungsinkontinenz und vaginaler Laxheit sind die Ergebnisse uneinheitlich. Ob die Behandlung im Einzelfall geeignet ist, entscheidet die Frauenärztin oder der Frauenarzt nach Untersuchung.
Es gibt viele Beobachtungsstudien mit Verbesserungen der Symptome und einige kontrollierte Studien mit gemischten Ergebnissen; zwei randomisierte Studien aus 2021 fanden gegenüber einer Scheinbehandlung keinen signifikanten Unterschied, andere schon. Fachgesellschaften stufen die Methode als möglich, aber nicht als Standard ein. Seriöse Praxen klären über diese Lage auf.
Nach gynäkologischer Untersuchung und Aufklärung wird die Vaginalsonde mit Einmalschutz eingeführt und die Schleimhaut in definierten Abständen behandelt; die Vulva bei Bedarf mit dem Standard-Handstück. Eine Sitzung dauert meist unter 15 Minuten, ohne Narkose, meist ohne Betäubung. Üblich sind drei Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen.
Häufig: Wärmegefühl, leichte Rötung, vermehrter Ausfluss für wenige Tage. Selten: Schmerzen, Blutungen, Infektionen, Vernarbungen. Sexuelle Aktivität, Bäder und Sport werden für einige Tage pausiert. Kontraindikationen sind unter anderem Schwangerschaft, aktive Infektionen, unklare Befunde und bestimmte Vorerkrankungen; deshalb ist die ärztliche Untersuchung vorab verpflichtend.
Als Orientierung werden in Deutschland meist 300 bis 600 € pro Sitzung angeboten, für eine Serie von drei Sitzungen 900 bis 1.800 €. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten nicht; private Kassen entscheiden im Einzelfall. Den Preis legt die behandelnde Praxis fest.
MonaLisa Touch® ist der Markenname des Herstellers DEKA für ein fraktioniertes CO2-Laserverfahren zur vaginalen Anwendung, das die Methode international bekannt gemacht hat. Andere Hersteller bieten vergleichbare CO2-Systeme mit Vaginalsonde an, etwa CLASSYS mit der Gynolaser-Anwendung des Fraxis Duo; das Wirkprinzip ist dasselbe.
Beide sind Wasser-absorbierte Wellenlängen. Der CO2-Laser (10.600 nm) wirkt etwas tiefer und setzt neben der Mikroablation deutlicher Wärme; der Er:YAG (2.940 nm) arbeitet oberflächlicher und oft nicht-ablativ. In Studien werden beide für dieselben Indikationen eingesetzt; belastbare Vergleiche mit klarem Sieger fehlen.
Einen fraktionierten CO2-Laser mit Vaginalsonde, dessen Zweckbestimmung die vaginale Anwendung ausdrücklich umfasst, etwa den Fraxis Duo mit Gynolaser-Anwendung, dazu Einmalschutzhüllen, dokumentierte Einweisung und Laserschutz. Ob ein vorhandenes CO2-System nachgerüstet werden kann, hängt vom Hersteller ab; wir beraten dazu konkret.
Üblich sind drei Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen. In Studien halten Symptomverbesserungen bei GSM meist etwa 12 Monate an; viele Praxen empfehlen danach eine Auffrischungssitzung pro Jahr. Die Dauer ist individuell und hängt auch davon ab, ob parallel andere Maßnahmen wie Befeuchtungsmittel oder lokale Hormone eingesetzt werden.
Die Behandlung der Scheide wird meist als Wärme oder leichtes Ziehen empfunden und kommt in der Regel ohne Betäubung aus, weil die Vaginalschleimhaut wenig Schmerzrezeptoren hat. Am Scheideneingang und an der Vulva ist die Haut empfindlicher; hier wird oft eine betäubende Creme aufgetragen. Starke Schmerzen sind nicht üblich und sollten der Praxis gemeldet werden.
Intimlaser ist eine andere Bezeichnung für dieselbe vaginale Lasertherapie. Die Kosten liegen in Deutschland meist bei 300 bis 600 € je Sitzung, für die übliche Serie von drei Sitzungen bei 900 bis 1.800 €. Manche Praxen bieten Paketpreise oder Ratenzahlung an; die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht.
Die vaginale Lasertherapie ist ein Verfahren für Frauen. Für Männer werden unter dem Begriff Intimlaser meist Laser-Haarentfernung im Intimbereich oder dermatologische Behandlungen der Genitalhaut angeboten, die mit anderen Systemen und Wellenlängen arbeiten. Diese Seite behandelt sie nicht.
Die vaginale Lasertherapie ist eine ärztliche Behandlung, in der Regel durch Frauenärztinnen und Frauenärzte. Für den Betrieb gelten MPBetreibV, Laserschutzbeauftragte und die Vorgaben der NiSV.
Nächster Schritt

Vaginale Lasertherapie in der Praxis anbieten?

Wir beraten Frauenarztpraxen und Kliniken zu System, Vaginalsonde, Zweckbestimmung, Einweisung und Wirtschaftlichkeit, mit deutschlandweitem Service von Dermacom.