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Praxis & Recht

Welches Lasergerät für meine Praxis? Kaufberatung

Kurzantwort

Die Wahl eines medizinischen Lasergeräts für Praxis, Institut oder Studio folgt vier Fragen: Welche Indikationen sollen behandelt werden, welche Hauttypen kommen in die Praxis, wie hoch ist die erwartete Auslastung und welche Nachweise sind erforderlich? Erst danach lohnt der Blick auf einzelne Geräte. Wer in umgekehrter Reihenfolge vorgeht – erst das Gerät, dann die Frage nach dem Einsatz – kauft häufig zu viel Technik für zu wenig Anwendungen.

Indikationen festlegenSchritt 1
Hauttypen prüfenSchritt 2
Auslastung schätzenSchritt 3
Nachweise klärenSchritt 4
Medizinisch geprüftDermacom FachredaktionÄsthetische Medizintechnik4 Min. LesezeitJuli 2026
Welches Lasergerät für meine Praxis? Kaufberatung
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Schritt 1: Welche Indikationen sollen abgedeckt werden?

er häufigste Fehler beim Gerätekauf ist, mit dem Gerät zu beginnen statt mit dem Behandlungsangebot. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: Erst festlegen, welche Behandlungen die Praxis anbieten soll – dann prüfen, welche Technologie diese Behandlungen ermöglicht.

Ausgangspunkt ist die Frage nach dem Chromophor, also der Zielstruktur im Gewebe:

BehandlungszielZielstrukturTechnologie
HaarentfernungMelanin im FollikelAlexandrit 755 nm, Nd:YAG 1064 nm
Pigment, AltersfleckenMelanin in der HautQ-switched oder Pikosekunde
Tattooentfernungeingebrachtes PigmentPikosekunde, mehrere Wellenlängen
Gefäße, RötungenHämoglobin532 nm, 1064 nm, IPL
Falten, HautstrukturWasserfraktionierter CO2, Er:Glass
Straffung ohne AbtragGewebewasser, KollagenRadiofrequenz, HIFU
Injektionen, SkinboosterMesotherapie-Injektor

Ein Gerät deckt selten mehr als ein bis zwei dieser Zeilen ab. Wer breit anbieten will, braucht entweder mehrere Systeme oder eine Kombinationsplattform.

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Schritt 2: Welche Hauttypen kommen in die Praxis?

Diese Frage wird oft übersehen und entscheidet trotzdem über die halbe Geräteauswahl. Bei dunkleren Hauttypen ab Fitzpatrick IV konkurriert das Melanin der Oberhaut mit dem Behandlungsziel – die Folge sind Wirkungsverlust und ein höheres Risiko für Verbrennungen und Pigmentverschiebungen.

Praktisch bedeutet das:

  • Bis Fitzpatrick III: 755 nm arbeitet effizient, hohe Behandlungsgeschwindigkeit
  • Ab Fitzpatrick IV: 1064 nm ist faktisch Pflicht, ergänzt um längere Pulsdauern und wirksame Kühlung
  • Gemischtes Patientenklientel: Systeme mit beiden Wellenlängen sind die sichere Wahl

Wer in einem Einzugsgebiet mit vielfältiger Patientenstruktur arbeitet, engt sich mit einem reinen 755-nm-System dauerhaft ein. Mehr dazu unter Wellenlänge & Eindringtiefe und Fitzpatrick-Hauttyp.

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Schritt 3: Wie hoch ist die realistische Auslastung?

Die Auslastung entscheidet, ob sich ein System trägt – und welche Geräteklasse angemessen ist.

  1. 1Wie viele bestehende Patientinnen und Patienten kommen als Zielgruppe infrage?
  2. 2Wie viele Behandlungen pro Woche sind mit dem vorhandenen Personal leistbar?
  3. 3Wie viele Sitzungen umfasst eine typische Serie – und wie viele Serien laufen parallel?
  4. 4Gibt es saisonale Schwankungen, etwa bei der Haarentfernung?

Bei hoher Auslastung rechnen sich Geräte mit größerer Spotgröße und höherer Wiederholrate, weil sie die Behandlungszeit verkürzen. Bei geringer Auslastung ist ein günstigeres System mit niedrigeren Verbrauchskosten meist die bessere Wahl. Wie sich das rechnen lässt, steht unter Wirtschaftlichkeit & Amortisation.

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Schritt 4: Welche Nachweise und Pflichten kommen dazu?

Ein Gerät bringt Pflichten mit, die vor der Inbetriebnahme geklärt sein sollten:

  • [Laserschutzbeauftragter](/wissen/laserschutzbeauftragter) nach OStrV – bei Laserklasse 3R, 3B oder 4, also praktisch immer
  • [NiSV-Fachkunde](/service/nisv-fachkunde) für kosmetische Anwendungen nichtionisierender Strahlung
  • Einweisung nach MPBetreibV durch Hersteller oder beauftragte Person
  • CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung als Nachweis der Verkehrsfähigkeit
  • Laserschutzbrillen passend zu Wellenlänge und Leistung jedes Systems
Gut zu wissen

Diese Punkte gehören in die Angebotsphase, nicht in die Woche nach der Lieferung. Ein Kurs mit Wartezeit kann den Behandlungsstart um Wochen verzögern.

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Einzelgerät oder Kombinationsplattform?

Beide Wege haben ihre Berechtigung:

Für ein spezialisiertes Einzelgerät spricht die maximale Leistung in einer Disziplin, meist eine einfachere Bedienung und ein niedrigerer Einstiegspreis.

Für eine Kombinationsplattform spricht, dass sich die Fixkosten auf mehr Behandlungsarten verteilen, ein Raum für mehrere Anwendungen genügt und das Angebot leichter erweiterbar ist. Systeme wie der Fraxis Duo vereinen etwa fraktionierten CO2-Laser und RF-Microneedling in einer Plattform.

Als Faustregel: Wer eine Indikation in hoher Stückzahl behandelt, fährt mit einem Spezialgerät besser. Wer ein breiteres Angebot aufbauen will, mit einer Plattform.

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Worauf Sie im Angebot bestehen sollten

Fordern Sie diese Angaben schriftlich an, bevor Sie unterschreiben – sie unterscheiden ein belastbares Angebot von einer Preisliste:

  • Verbrauchskosten je Behandlung und Lebensdauer der Verschleißteile
  • Wartungsintervalle mit Kosten und Umfang der sicherheitstechnischen Kontrolle
  • Reaktionszeit des Service und Verfügbarkeit von Leihgeräten
  • Umfang von Einweisung und Schulung, auch bei Personalwechsel
  • CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung und deutschsprachige Gebrauchsanweisung
  • Garantiedauer und was sie konkret abdeckt
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Woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen

Beim Gerätekauf entscheidet nicht nur die Technik, sondern auch, wer dahintersteht. Diese Punkte trennen einen Fachhändler von einem reinen Weiterverkäufer:

  • Autorisierter Vertrieb: Der Anbieter ist offizieller Distributor des Herstellers – das sichert Garantie, Ersatzteile und Software-Updates
  • Service in Deutschland: Techniker vor Ort, benannte Reaktionszeiten, Leihgeräte bei längeren Ausfällen
  • Einweisung und Schulung inklusive, nicht als kostenpflichtige Zusatzleistung
  • Vollständige Unterlagen: CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung, deutschsprachige Gebrauchsanweisung
  • Referenzen: Praxen, die das System im Alltag einsetzen und ansprechbar sind
  • Beratung vor Ort oder per Demo, statt Verkauf nur über Prospekt
Gut zu wissen

Vorsicht bei Angeboten weit unter Marktpreis aus dem Direktimport. Fehlt die europäische Konformität, ist das Gerät hier nicht ohne Weiteres verkehrsfähig – und ohne Servicepartner steht es im Störfall still.

Finanzierung: Kauf oder Leasing

Nicht jede Praxis will die Anschaffung aus dem Eigenkapital stemmen. Leasing verteilt die Kosten auf die Nutzungsdauer, hält Liquidität frei und macht die monatliche Belastung planbar. Welche Variante steuerlich günstiger ist, klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung – die Rechenwege dazu stehen unter Wirtschaftlichkeit & Amortisation.

Dermacom stellt diese Angaben zu jedem System zusammen und berät herstellerübergreifend nach Indikationsspektrum, Patientenstruktur und Auslastung – kaufen oder leasen, mit Einweisung, Schulung und Service. Einen Überblick über alle Systeme finden Sie unter Systeme.

Häufige Fragen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.