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Grundlagen

Wellenlänge & Eindringtiefe: Welcher Laser wirkt wo?

Kurzantwort

Die Wellenlänge eines Lasers entscheidet, wie tief sein Licht in die Haut eindringt und welche Struktur es dort erreicht. Zwischen etwa 600 und 1200 nm steigt die Eindringtiefe mit der Wellenlänge – 755 nm erreicht rund 1 bis 2 mm, 1064 nm etwa 3 bis 5 mm. Oberhalb von 1200 nm kehrt sich das um: Wasser absorbiert so stark, dass 2940 und 10.600 nm nur noch Bruchteile eines Millimeters tief wirken und Gewebe abtragen statt zu durchdringen.

ca. 600–1200 nmOptisches Fenster
1064 nm, ca. 3–5 mmTiefste Wirkung
10.600 nm, µm-BereichOberflächlichste
Absorption + StreuungBestimmt durch
Medizinisch geprüftDermacom FachredaktionÄsthetische Medizintechnik4 Min. LesezeitJuli 2026
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Warum die Wellenlänge über die Tiefe entscheidet

ie weit Laserlicht in die Haut vordringt, hängt von zwei Effekten ab: Absorption und Streuung. Absorbiert wird das Licht von den Chromophoren – Melanin, Hämoglobin, Wasser. Gestreut wird es an den Strukturen des Gewebes, vor allem an Kollagenfasern.

Beide Effekte sind wellenlängenabhängig, und sie wirken gegenläufig. Kurzwelliges Licht wird stark gestreut und stark absorbiert – es bleibt oberflächlich. Langwelliges Infrarot wird kaum gestreut, aber ab einem bestimmten Punkt sehr stark von Wasser absorbiert – es bleibt ebenfalls oberflächlich.

Dazwischen liegt ein Bereich, in dem beides gering ist: das optische Fenster zwischen etwa 600 und 1200 nm. Hier dringt Licht am tiefsten ein – und genau deshalb liegen die Wellenlängen für Haarentfernung und tiefe Gefäßbehandlungen in diesem Fenster.

Gut zu wissen

Die verbreitete Faustregel „längere Wellenlänge = tiefere Wirkung" gilt nur innerhalb des optischen Fensters. Oberhalb von etwa 1200 nm kehrt sie sich um.

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Eindringtiefen im Überblick

Die folgenden Werte sind Orientierungsgrößen für gesunde Haut. Die tatsächliche Wirktiefe hängt zusätzlich von Fluence, Pulsdauer, Spotgröße und Hauttyp ab.

Wellenlängetypische EindringtiefeHauptchromophortypisches Ziel
532 nmca. 0,5–1 mmMelanin, Hämoglobinoberflächliches Pigment, feine Gefäße
585–595 nmca. 1–1,5 mmHämoglobinRötungen, Couperose
755 nmca. 1–2 mmMelaninHaarfollikel, Pigment
808 nmca. 2–3 mmMelaninHaarfollikel, tiefer gelegen
1064 nmca. 3–5 mmHämoglobin, dunkles Pigmenttiefe Gefäße, dunkle Hauttypen
1550 nmca. 1–1,5 mmWassernicht-ablative fraktionierte Behandlung
2940 nmwenige µm pro PulsWasser (sehr stark)präzise oberflächliche Ablation
10.600 nmca. 20–30 µm pro PulsWasser (stark)ablatives Resurfacing

Was die Spotgröße damit zu tun hat

Die Wellenlänge ist nicht der einzige Faktor. Bei gleicher Wellenlänge dringt ein größerer Behandlungsspot tiefer wirksam ein, weil weniger Licht seitlich aus dem Strahlengang gestreut wird. Deshalb erreichen große Handstücke bei gleicher Fluence tiefere Strukturen als kleine.

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Was das für die Behandlung bedeutet

Haarentfernung

Der Haarfollikel liegt je nach Körperregion etwa 2 bis 5 mm tief. Beide gängigen Wellenlängen erreichen ihn, unterscheiden sich aber im Sicherheitsprofil: 755 nm wird von Melanin stark absorbiert – hohe Wirksamkeit bei hellen Hauttypen mit dunklem Haar. 1064 nm wird schwächer absorbiert und dringt tiefer ein – die Wahl bei dunkleren Hauttypen, weil die Epidermis weniger Energie abfängt. Systeme mit beiden Wellenlängen wie der Pento 9900 decken das gesamte Hauttypspektrum ab.

Gefäße

Feine, oberflächliche Gefäße im Gesicht sprechen auf kurzwelliges Licht an, das Hämoglobin stark absorbiert. Größere und tiefer liegende Gefäße – etwa Besenreiser an den Beinen – benötigen 1064 nm, weil nur diese Wellenlänge sie überhaupt erreicht.

Pigment und Tattoos

Hier entscheidet neben der Tiefe vor allem die Farbe. Oberflächliches Pigment lässt sich mit 532 nm behandeln, tiefer sitzende oder dunkle Partikel benötigen 1064 nm. Für Grün- und Blautöne kommen Wellenlängen um 650 und 755 nm hinzu – Systeme wie der PICO-K bieten deshalb bis zu vier Wellenlängen in einem Gerät.

Hautstruktur und Resurfacing

Bei wasserbasierten Verfahren ist geringe Eindringtiefe kein Nachteil, sondern der Zweck. Der fraktionierte CO2-Laser trägt pro Puls nur wenige Mikrometer ab, erzeugt aber Mikrokanäle in kontrollierter Tiefe. Bei 1550 nm (Er:Glass) bleibt die Oberfläche intakt, während in der Tiefe koaguliert wird – die Grundlage nicht-ablativer Verfahren wie im Secret DUO.

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Warum tiefer nicht besser heißt

In Verkaufsgesprächen wird Eindringtiefe gern als Qualitätsmerkmal dargestellt. Fachlich ist das irreführend: Die richtige Tiefe ist die, in der die Zielstruktur liegt.

Ein Laser, der tiefer wirkt als nötig, gibt Energie in Gewebe ab, das nicht behandelt werden soll – das erhöht Schmerz und Risiko, ohne das Ergebnis zu verbessern. Umgekehrt bleibt ein zu oberflächlich wirkender Laser wirkungslos, egal wie hoch die Fluence eingestellt wird.

Entscheidend ist deshalb die Frage: Wo liegt mein Behandlungsziel – und welche Wellenlänge erreicht genau diese Tiefe?

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Wellenlänge als Kriterium beim Gerätekauf

Für die Praxis lässt sich daraus eine einfache Prüfliste ableiten:

  1. 1Welche Indikationen sollen abgedeckt werden – und in welcher Gewebetiefe liegen sie?
  2. 2Welche Hauttypen kommen in die Praxis? Ab Fitzpatrick IV ist 1064 nm faktisch Pflicht
  3. 3Bietet das System mehrere Wellenlängen oder nur eine? Multi-Wellenlängen-Systeme decken breitere Indikationsspektren ab
  4. 4Lassen sich Pulsdauer und Spotgröße getrennt einstellen? Nur dann ist die Tiefe wirklich steuerbar

Dermacom führt Systeme über das gesamte Wellenlängenspektrum – von 532 nm bis 10.600 nm – und berät bei der Auswahl nach Indikationsspektrum und Patientenstruktur. Kaufen oder leasen, mit Einweisung, Schulung und Service.

Häufige Fragen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.