Permanent-Make-up entfernen mit Laser
Permanent-Make-up und Microblading lassen sich mit Q-switched- oder Picosekundenlasern entfernen: Ultrakurze Impulse zerlegen das Pigment, der Körper transportiert die Bruchstücke ab. Der entscheidende Unterschied zum klassischen Tattoo liegt in der Pigmentchemie – helle, fleischfarbene und weiße PMU-Farben enthalten oft Eisenoxid oder Titandioxid und können unter Laserlicht paradox verdunkeln. Ein Testareal ist deshalb Pflicht. Die Entfernung ist nach NiSV approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Warum PMU nicht wie ein Tattoo behandelt wird
Auf den ersten Blick ist Permanent-Make-up ein kleines Tattoo. Technisch stimmt das – im Praxisalltag ist es eine eigene Indikation, aus vier Gründen:
- Andere Pigmente: PMU-Farben sind auf Hauttöne und Brauntöne abgestimmt. Viele enthalten Eisenoxid oder Titandioxid – Verbindungen, die sich unter Laserlicht chemisch verändern können.
- Andere Region: Augenbrauen, Lidstrich und Lippenkontur liegen im Gesicht, teils unmittelbar am Auge. Das verschärft die Anforderungen an Schutz und Präzision.
- Andere Tiefe: PMU wird flacher gestochen als ein klassisches Tattoo, Microblading noch flacher. Das verändert, welche Wellenlänge greift.
- Andere Erwartung: Betroffene wollen selten nur „weg", sondern häufig ein neues, korrigierbares Ergebnis. Das gehört in die Aufklärung.
Die paradoxe Verdunkelung – das zentrale Risiko
Trifft der Laserimpuls ein eisenoxidhaltiges Pigment, kann rotbraunes Eisen(III)-oxid (Fe₂O₃) zu schwarzem Eisen(II)-oxid (FeO) reduziert werden. Auch Titandioxid, das vielen hellen Farben Deckkraft gibt, kann sich unter Laserlicht dunkel verfärben.
Das Ergebnis ist für Patientinnen zunächst erschreckend: Aus einer hellen, fleischfarbenen Braue wird ein dunkler, teils gräulicher Strich. Betroffen sind vor allem weiße, hautfarbene, hellbraune und rosafarbene Pigmente – also genau die Töne, die bei Lippen- und Brauenkorrekturen häufig eingesetzt werden.
Die Verdunkelung ist nicht zwangsläufig dauerhaft: Das entstandene dunkle Pigment lässt sich in weiteren Sitzungen adressieren. Aber sie verlängert den Verlauf, verunsichert Patientinnen und ist der häufigste Grund für Beschwerden nach PMU-Entfernungen. Vorhersagen lässt sie sich nicht zuverlässig – die Zusammensetzung vieler PMU-Farben ist nicht deklariert.
Warum das Testareal Pflicht ist
Weil sich die Reaktion nicht aus der Farbe ablesen lässt, ist das Testareal der wichtigste Schritt vor jeder PMU-Entfernung.
Behandelt wird eine kleine, unauffällige Stelle innerhalb des Areals – etwa der äußere Rand der Braue – und anschließend abgewartet, wie das Pigment reagiert. Erst wenn das Ergebnis beurteilt ist, wird über das weitere Vorgehen entschieden. Das Vorgehen wird dokumentiert und ist Teil der Aufklärung.
Kommt es zur Verdunkelung, ist das kein Behandlungsfehler, sondern eine bekannte Pigmentreaktion – vorausgesetzt, sie wurde vorher besprochen und durch das Testareal begrenzt statt über die gesamte Braue ausgelöst.
Microblading, PMU, Tattoo – die Unterschiede
| Verfahren | Tiefe | Besonderheit bei der Entfernung |
|---|---|---|
| Microblading | sehr oberflächlich | verblasst oft von selbst; Pigment kann ungleich verteilt sein |
| Klassisches PMU | oberflächlich bis mittlere Dermis | Pigmentchemie entscheidend, Verdunkelungsrisiko |
| Klassisches Tattoo | mittlere bis tiefere Dermis | dichteres Pigment, klassisches Farbspektrum |
Microblading-Striche liegen so flach, dass sie häufig ohnehin verblassen. Vor einer Entfernung lohnt deshalb die Frage, ob Abwarten oder eine farbliche Korrektur der bessere Weg ist – das ist eine ärztliche Abwägung und gehört ins Beratungsgespräch.
Welche Wellenlänge – und was am Auge gilt
Dunkle und schwarze Pigmente sprechen auf 1064 nm an, rötliche und braune Töne auf 532 nm. Weil PMU-Farben fast immer Mischungen sind, ist ein System mit beiden Wellenlängen die Grundvoraussetzung; zusätzliche Wellenlängen erweitern das Spektrum bei schwierigen Tönen.
Bei Lidstrich-Entfernungen kommt ein zweiter Punkt hinzu: Die Behandlung findet unmittelbar am Auge statt. Standard sind dafür eingelegte, augeninnenseitige Schutzschalen – normale Schutzbrillen reichen hier nicht, weil das Areal selbst behandelt wird. Diese Anwendung gehört ausschließlich in erfahrene ärztliche Hände.
So läuft eine PMU-Entfernung ab
Der Ablauf folgt in der Praxis meist diesem Muster:
- 1Ärztliche Beratung: Anamnese, Hauttyp, Beurteilung von Farbe, Tiefe und Alter des PMU, Klärung realistischer Erwartungen
- 2Aufklärung: ausdrücklich auch über die Möglichkeit einer paradoxen Verdunkelung und deren Handhabung
- 3Testareal: kleine Fläche behandeln, Reaktion abwarten und dokumentieren
- 4Entscheidung: Fortführung, angepasste Parameter oder alternatives Vorgehen
- 5Behandlung: Augenschutz für alle Anwesenden, bei Lidstrich zusätzlich augeninnenseitige Schutzschalen; der Laser wird über das Areal geführt
- 6Nachsorge: Kühlung, Krusten nicht ablösen, konsequenter Sonnenschutz im Gesicht
- 7Kontrolle: Beurteilung nach Abheilung, Planung weiterer Sitzungen
Grenzen, Alternativen und wovon abzuraten ist
Nicht jede PMU-Entfernung endet pigmentfrei. Restschatten können bleiben, besonders bei mehrfach überstochenen Arealen oder unbekannten Pigmentmischungen. Das gehört offen kommuniziert.
Als seriöse Wege gelten die Laserentfernung und – je nach Befund – das Abwarten des natürlichen Verblassens oder eine farbliche Korrektur durch erfahrene PMU-Fachkräfte.
Von Salz-Saft-Methoden, Säure- und Fruchtsäureentfernungen sowie „Remover"-Behandlungen außerhalb ärztlicher Aufsicht ist abzuraten. Sie arbeiten über eine gezielte Wundsetzung, sind schlecht steuerbar und tragen ein erhebliches Narbenrisiko – im Gesicht besonders folgenschwer.
Wer darf Permanent-Make-up entfernen?
Die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up mit Lasern oder intensiven Lichtquellen fällt unter den Arztvorbehalt nach § 5 Abs. 2 NiSV. Seit dem 31. Dezember 2020 dürfen solche Behandlungen ausschließlich von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiter- oder Fortbildung durchgeführt werden. Kosmetik- und PMU-Studios dürfen sie nicht anbieten.
Damit ist die PMU-Entfernung für Praxen doppelt interessant: Die Nachfrage entsteht in einem Markt, der sie selbst nicht bedienen darf – und die Zuweisung kommt häufig direkt von den PMU-Studios, die den Wunsch nach Korrektur als Erste hören.
Zwei Systeme für PMU, Tattoo und Pigment
| Merkmal | PICO K | CuRAS Hybrid |
|---|---|---|
| Technologie | Picosekundenlaser | Q-switched Nd:YAG |
| Pulsdauer | 300 ps, ca. 2 % Abweichung | Nanosekundenbereich |
| Wellenlängen | 1064 · 532 nm serienmäßig, 585 · 650 nm optional | 1064 · 532 nm |
| Schwerpunkte | schwierige Farbtöne, vorbehandelte Areale, geringer Wärmeeintrag | klassisches PMU- und Pigment-Spektrum, Carbon Peeling |
PICO K – für schwierige Farbtöne
Der PICO K arbeitet mit stabilen 300-Pikosekunden-Impulsen und bis zu vier Wellenlängen. Die kurze Pulsdauer verlagert die Wirkung zum photoakustischen Effekt: feinere Fragmentierung bei geringerem Wärmeeintrag – relevant bei mehrfach vorbehandelten Arealen und im empfindlichen Gesichtsbereich.
CuRAS Hybrid – der etablierte Klassiker
Der CuRAS Hybrid ist ein Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm und deckt das klassische Spektrum von Tattoo über PMU bis Pigment ab.
Beide Systeme kommen von Dermacom, mit Einweisung, Service und deutschlandweitem Support. Den Technologie-Vergleich zeigt Pico-Laser vs. Q-Switched, Grundlagen und Kaufkriterien die Seite Pico-Laser (Picosekundenlaser).

Tattoo & Pigment in Pikosekunden
Der PICO K von Dermacom liefert stabile 300-ps-Impulse mit bis zu 2,0 GW und bis zu vier Wellenlängen (1064 · 532 · 585 · 650 nm) – für alle gängigen Tattoofarben, Pigment und Toning.
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Häufige Fragen
Ja. Q-switched- und Picosekundenlaser zerlegen das Pigment mit ultrakurzen Impulsen, der Körper transportiert die Bruchstücke über das Lymphsystem ab. Anders als beim klassischen Tattoo ist die Pigmentchemie jedoch oft unbekannt, weshalb ein Testareal vor der Behandlung des gesamten Bereichs zum Standard gehört.
Das ist die sogenannte paradoxe Verdunkelung. Enthält das Pigment Eisenoxid, kann rotbraunes Fe₂O₃ unter Laserlicht zu schwarzem FeO reduziert werden; auch Titandioxid in hellen Farben kann nachdunkeln. Betroffen sind vor allem weiße, hautfarbene und hellbraune Töne. Die Verdunkelung ist meist in weiteren Sitzungen adressierbar, verlängert den Verlauf aber deutlich.
Beim Testareal wird nur eine kleine, unauffällige Stelle behandelt und die Reaktion des Pigments abgewartet. Da sich die Zusammensetzung vieler PMU-Farben nicht aus dem Farbton ablesen lässt, ist das der einzige verlässliche Weg, eine mögliche Verdunkelung zu erkennen, bevor sie das gesamte Areal betrifft.
Ja, und es liegt meist oberflächlicher als klassisches Permanent-Make-up. Genau deshalb verblassen Microblading-Striche häufig ohnehin. Ob eine Entfernung, das Abwarten oder eine farbliche Korrektur sinnvoller ist, gehört in die ärztliche Beurteilung.
Sie verlangt besondere Vorkehrungen. Weil unmittelbar am Auge behandelt wird, sind eingelegte augeninnenseitige Schutzschalen Standard – eine Schutzbrille reicht nicht aus, da das Areal selbst behandelt wird. Diese Anwendung gehört ausschließlich in erfahrene ärztliche Hände.
Das hängt von Pigmentart, Farbe, Tiefe, Alter des PMU und eventuellen Vorbehandlungen ab. Tritt eine paradoxe Verdunkelung auf, sind in der Regel zusätzliche Sitzungen erforderlich. Eine belastbare Einschätzung ist erst nach ärztlicher Begutachtung und Testareal möglich.
Von diesen Verfahren ist abzuraten. Sie wirken über eine gezielte Wundsetzung, sind schwer steuerbar und bergen ein erhebliches Narbenrisiko – im Gesicht besonders folgenschwer. Zudem fallen entsprechende Behandlungen nicht unter die kontrollierten Rahmenbedingungen, die für ärztliche Laseranwendungen gelten.
Ausschließlich approbierte Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Weiter- oder Fortbildung. Die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up mit Lasern fällt seit dem 31. Dezember 2020 unter den Arztvorbehalt nach § 5 Abs. 2 NiSV; Kosmetik- und PMU-Studios dürfen sie nicht anbieten.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.