1064 nm & 532 nm: Die zwei Wellenlängen des Nd:YAG-Lasers erklärt
1064 nm ist die Grundwellenlänge des Nd:YAG-Lasers. Sie dringt tief in die Dermis ein, wird von Melanin vergleichsweise wenig absorbiert und eignet sich für schwarze und dunkle Tattoofarben, tiefe Pigmente, Carbon Peeling und dunklere Hauttypen. 532 nm entsteht durch Frequenzverdopplung. Sie wirkt oberflächlich und zielt auf rote, orange und pinke Tattoofarben sowie oberflächliche Pigmentflecken. Grün und Hellblau brauchen andere Wellenlängen.
Empfohlenes System
Q-switched Nd:YAG · 1064/532 nmZum System→Warum die Wellenlänge entscheidet
Ein Laser wirkt nur dort, wo sein Licht absorbiert wird. Jede Farbe und jedes Gewebe hat ein eigenes Absorptionsspektrum, und die Wellenlänge bestimmt außerdem, wie tief das Licht in die Haut eindringt. Grundlagen dazu unter Chromophore der Haut und Wellenlänge und Eindringtiefe.
1064 nm: tief und für dunkle Farben
1064 nm ist die Grundwellenlänge des Nd:YAG-Kristalls und liegt im unsichtbaren Infrarotbereich. Sie wird von Melanin in der Oberhaut vergleichsweise wenig absorbiert und gelangt deshalb tief in die Dermis.
- Tattoo: Schwarz, Dunkelblau und Grau, auch tief gestochene Profi-Tattoos
- Pigment: tief liegende Pigmente wie der Nävus Ota und dermale Anteile
- Carbon Peeling: die Kohle-Lotion absorbiert 1064 nm sehr stark, siehe Carbon Peeling
- Laser-Toning: großflächige, sanfte Behandlung des Teints
- Hauttypen: gut geeignet auch für dunklere Haut (Fitzpatrick IV bis VI), siehe Fitzpatrick-Hauttyp
532 nm: oberflächlich und für warme Farben
532 nm entsteht, wenn das 1064-nm-Licht einen KTP-Kristall durchläuft und seine Frequenz verdoppelt wird. Das Ergebnis ist sichtbares grünes Licht mit halber Wellenlänge. Es wird stark von Rot und Orange sowie von Melanin absorbiert, dringt aber nur oberflächlich ein.
- Tattoo: Rot, Orange, Pink und teilweise Gelb
- Pigment: oberflächliche Altersflecken, Sonnenflecken und Sommersprossen
- Vorsicht: bei dunklen Hauttypen erhöhtes Risiko für Pigmentverschiebungen
Welche Farbe braucht welche Wellenlänge?
- Schwarz, Grau, Dunkelblau: 1064 nm
- Rot, Orange, Pink: 532 nm
- Grün, Türkis, Hellblau: 585 bis 755 nm, etwa per Pikosekundenlaser mit Farbstoff-Handstück oder Alexandrit
- Weiß, Hautfarben, helles Braun: problematisch, können unter dem Laser nachdunkeln, siehe Permanent-Make-up entfernen
Q-switched oder Pikosekunde?
Beide Wellenlängen gibt es mit Nanosekunden-Impulsen (Q-switched) und mit Pikosekunden-Impulsen. Die Wellenlänge entscheidet, welche Farbe getroffen wird. Die Impulsdauer entscheidet, wie fein das Pigment zerfällt. Den Vergleich zeigt Pico vs. Q-Switched.
Systemwahl: zwei Wellenlängen in einem Gerät
Erstwahl für Praxen, die Tattoo, Pigment und Carbon Peeling mit einem System abdecken wollen, ist der CuRAS Hybrid: Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm, Zoom-, Collimated- und fraktioniertem Handstück sowie Long-Pulse-Modus.
Alternative, wenn auch Grün und Blau sicher behandelt werden sollen, ist der Pikosekundenlaser PICO-K mit bis zu vier Wellenlängen (1064, 532, 585 und 650 nm).

Tattoo & Pigment in einem System
Der Curas Hybrid ist ein Q-switched Nd:YAG-Laser mit 1064 und 532 nm – für Tattooentfernung, Pigment, Melasma und Carbon Peeling.
Curas Hybrid entdecken→
Häufige Fragen
Für schwarze und dunkle Tattoofarben, tief liegende Pigmente, Carbon Peeling und Laser-Toning. 1064 nm ist auch bei dunkleren Hauttypen gut einsetzbar.
Für rote, orange und pinke Tattoofarben sowie oberflächliche Pigmentflecken wie Sonnen- und Altersflecken.
Mit 1064 und 532 nm nur eingeschränkt. Grün und Hellblau absorbieren am besten zwischen etwa 585 und 755 nm, dafür sind Pikosekundenlaser mit zusätzlichen Wellenlängen oder Alexandrit-Laser besser geeignet.
KTP steht für Kaliumtitanylphosphat. Der Kristall verdoppelt die Frequenz des 1064-nm-Lichts und erzeugt so die grüne 532-nm-Wellenlänge.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.