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Pigmentlaser
Die Geräteklasse im Überblick

Pigmentlaser: Rubin, Nd:YAG oder Pico?

„Pigmentlaser“ ist kein einzelnes Gerät, sondern eine Familie: Rubin (694 nm), gütegeschalteter Nd:YAG (1064/532 nm) und die aktuelle Pikosekunden-Generation zielen alle auf dasselbe – Melanin und Fremdpigment. Sie unterscheiden sich in Wellenlänge, Impulsdauer und damit in Indikationsbreite und Hauttyp-Eignung. Diese Seite ordnet die drei Klassen ein, damit klar wird, welche Technik zu welcher Aufgabe passt.

Rubin · 694 nm Nd:YAG · 1064/532 nm Pico · ps-Impulse Herstellerneutral eingeordnet
3
Geräteklassen
Rubin, gütegeschalteter Nd:YAG und Pikosekundenlaser bilden die Pigmentlaser-Familie
694–1064
Nanometer
Das Wellenlängen-Fenster, in dem Melanin stark absorbiert und Pigment gezielt erreichbar ist
ns → ps
Impulsdauer
Von Nanosekunden zu Pikosekunden: der Generationssprung von thermisch zu photomechanisch
NiSV
Recht
Pigment- und Tattoo-Behandlungen sind reguliert – die Behandlung pigmentierter Läsionen ist Ärzt:innen vorbehalten
Drei Klassen, ein Ziel: MelaninKLASSEIMPULSDAUERFRAGMENTIERUNGRUBIN694 nmNanosekundengrob · WärmeeintragND:YAG1064 / 532 nmNanosekundenmittel · zwei TiefenPICOmehrere λPikosekunden~1000× kürzerfeinst · Gewebe geschontJe kürzer der Impuls, desto feiner die Fragmentierung –und desto geringer der Wärmeeintrag ins Gewebe.Selektive Photothermolyse – in drei Generationen
Das Wirkprinzip

Ein Ziel, drei Generationen

Alle Pigmentlaser nutzen dasselbe physikalische Prinzip: die selektive Photothermolyse. Eine Wellenlänge, die Melanin oder Tattoo-Pigment stark absorbiert, wird in Impulsen abgegeben, die kürzer sind als die thermische Relaxationszeit des Ziels – die Energie bleibt im Pigment, das umliegende Gewebe wird geschont.

Die Klassen unterscheiden sich in zwei Stellgrößen: Wellenlänge (wie tief und wie selektiv die Energie ankommt) und Impulsdauer (wie das Pigment zerlegt wird – thermisch in Nanosekunden oder photomechanisch in Pikosekunden). Genau diese zwei Größen entscheiden über Indikationsbreite und Hauttyp-Eignung.

KLASSE 01 · 694 NM

Rubinlaser – der Pionier

Der erste Laser der Geschichte und jahrzehntelang das Werkzeug für epidermale Pigmente bei hellen Hauttypen. Seine extreme Melanin-Ankopplung ist Stärke und Risiko zugleich – bei dunkleren Hauttypen drohen Pigmentverschiebungen, und die Plattform läuft als Neugerät aus.

Zur Rubinlaser-Seite
KLASSE 02 · 1064 / 532 NM

Q-Switched Nd:YAG – der Vielseitige

Zwei Wellenlängen in einem System: 1064 nm dringt tief ein und bleibt auch bei dunkleren Hauttypen vergleichsweise sicher, frequenzverdoppelte 532 nm adressiert oberflächliche Pigmente und rote Tattoo-Farben. Der langjährige Arbeitsstandard der Pigment-Behandlung.

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KLASSE 03 · PIKOSEKUNDEN

Picosekundenlaser – die aktuelle Generation

Rund tausendfach kürzere Impulse als Q-Switched: Pigment wird photomechanisch in feinste Fragmente zerlegt statt thermisch gesprengt. Weniger Wärmeeintrag, feinere Fragmentierung, mehrere Wellenlängen für ein breites Pigment- und Farbspektrum – der heutige Stand der Technik.

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Auswahl-Kompass

Welche Klasse für welche Aufgabe?

Aus der Physik folgen klare Entscheidungsregeln – und ein paar typische Denkfehler, die in der Praxis Geld und im Zweifel Hautgesundheit kosten.

Was sich bewährt hat

  • Impulsdauer vor Wellenlänge: Pikosekunden fragmentieren feiner und schonen das Gewebe thermisch
  • 1064 nm einplanen, wenn dunklere Hauttypen behandelt werden sollen
  • Mehrere Wellenlängen auf einer Plattform ersetzen mehrere Einzelgeräte
  • Aktuelle Plattform mit Service, Ersatzteilen und Einweisung in Deutschland wählen

Typische Denkfehler

  • 532 nm allein greift nur oberflächlich – tiefe dermale Pigmente brauchen 1064 nm oder Pico
  • Rubin-Gebrauchtgeräte: auslaufende Ersatzteil- und Servicelage als unternehmerisches Risiko
  • IPL ist kein Pigmentlaser – Breitbandlicht arbeitet unselektiver als eine Laser-Wellenlänge
  • Melasma ist keine Standard-Indikation: Wärme kann das Pigment verschlimmern – hier zählt Zurückhaltung

Muttermale gehören zuerst zum Hautarzt – nicht unter den Laser

Pigmentierte Muttermale (melanozytäre Nävi) sind keine Indikation für den Pigmentlaser, bevor sie dermatologisch abgeklärt sind: Ein Laser zerstört das sichtbare Pigment und kann eine bösartige Veränderung unkenntlich machen, ohne sie zu beseitigen. Deshalb gilt ohne Ausnahme: erst Auflichtmikroskopie beim Hautarzt, im Zweifel histologische Untersuchung – dann die Therapieentscheidung.

Die NiSV zieht hier auch rechtlich die Grenze: Die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen ist approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Seriöse Anwender lasern verdächtige oder unklare Male grundsätzlich nicht.

Unsere Antwort

Die Pigmentlaser-Familie auf einer Plattform: PICO-K

Der PICO-K vereint, wofür früher mehrere Pigmentlaser nötig waren: Pikosekunden- Impulse zerlegen Melanin und Tattoo-Pigment photomechanisch in feinste Fragmente, und bis zu vier Wellenlängen decken oberflächliche wie tiefe Pigmente über ein breites Hauttyp-Spektrum ab – auf einer aktuellen Plattform mit Einweisung, Service und Ersatzteilen in Deutschland.

Pikosekunden-Impulse Bis zu 4 Wellenlängen Pigment & Tattoo
PICO-K Pikosekundenlaser von Dermacom – die aktuelle Pigmentlaser-Generation

Und wenn im Bestand bereits ein Nd:YAG oder Rubin arbeitet? Dann rechnen wir ehrlich durch, ob sich der Generationswechsel für Ihr Behandlungsspektrum lohnt – inklusive Wirtschaftlichkeit, NiSV-Anforderungen und Restwert-Betrachtung. Herstellerneutral, ohne Verkaufsdruck.

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Häufige Fragen

Pigmentlaser – die häufigsten Fragen

Pigmentlaser ist der Oberbegriff für Laser, die gezielt auf Pigmente wirken – körpereigenes Melanin in Pigment- und Altersflecken oder Fremdpigment wie Tattoo-Tinte. Sie nutzen die selektive Photothermolyse: Eine Wellenlänge, die das Pigment stark absorbiert, wird in so kurzen Impulsen abgegeben, dass die Energie im Pigment bleibt und das umliegende Gewebe geschont wird. Zur Familie zählen der Rubinlaser (694 nm), der gütegeschaltete Nd:YAG (1064/532 nm) und die aktuelle Pikosekunden-Generation.
Es gibt nicht den einen besten – aber eine klare Entwicklungslinie. Der Rubin war der Pionier, der Q-Switched Nd:YAG der langjährige Arbeitsstandard, und die Pikosekunden-Klasse ist der heutige Stand der Technik: kürzeste Impulse, photomechanische statt thermischer Wirkung, feinste Fragmentierung und mehrere Wellenlängen auf einer Plattform. Wer heute neu investiert, vergleicht deshalb faktisch Pico-Systeme – die Detailfragen sind dann Wellenlängen-Ausstattung, Energie und Service.
Die Behandlungskosten legt die behandelnde Praxis fest – sie hängen von Areal, Pigmenttiefe, Anzahl der Sitzungen und der eingesetzten Technologie ab und variieren deshalb deutlich. Seriöse Anbieter nennen den Preis nach einer persönlichen Begutachtung. Für Praxen gilt das Spiegelbild: Die Wirtschaftlichkeit eines Pigmentlasers rechnet sich über Auslastung und Behandlungsspektrum – unser Leitfaden zur Geräte-Amortisation zeigt die Rechenlogik.
Hier ist größte Zurückhaltung geboten: Pigmentierte Muttermale (melanozytäre Nävi) gehören vor jeder Laserbehandlung in die dermatologische Abklärung – per Auflichtmikroskopie und im Zweifel mit histologischer Untersuchung. Ein Laser zerstört das Pigment und kann eine bösartige Veränderung unkenntlich machen, ohne sie zu beseitigen. Die NiSV stellt die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen deshalb unter Arztvorbehalt. Seriöse Anwender lasern verdächtige oder unklare Male grundsätzlich nicht.
Nur bedingt – Augenringe haben selten eine reine Pigment-Ursache. Häufig entstehen sie durch durchscheinende Gefäße, Volumenverlust oder Verschattung durch die Anatomie; dann richtet ein Pigmentlaser wenig aus. Ist tatsächlich eine periorbitale Hyperpigmentierung gesichert, kann eine Laserbehandlung in ärztlicher Hand eine Option sein. Der erste Schritt ist immer die Ursachen-Diagnose, nicht das Gerät.
Diese postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) ist eine eigene Kategorie: Sie kann auf Pigmentlaser ansprechen, ist aber zugleich eine typische Nebenwirkung zu aggressiver Behandlung – gerade bei dunkleren Hauttypen. Deshalb gilt: niedrige Energien, längere Wellenlängen (1064 nm) oder Pikosekunden-Impulse, konsequenter Lichtschutz und realistische Erwartungen über mehrere Sitzungen. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Hyperpigmentierung.
Je höher der Melaningehalt der Haut, desto wichtiger werden zwei Faktoren: eine lange Wellenlänge (1064 nm koppelt deutlich schwächer an epidermales Melanin an als 694 oder 532 nm) und kurze Impulse mit wenig Wärmeeintrag – die Stärke der Pikosekunden-Klasse. Der Rubinlaser gilt bei dunkleren Hauttypen als kritisch. Die Einordnung nach Fitzpatrick-Hauttyp erklärt unser Hauttyp-Guide; die Eignung im Einzelfall bleibt eine ärztliche Entscheidung.
Nein. IPL-Geräte arbeiten mit gefiltertem Breitbandlicht statt einer einzelnen Laser-Wellenlänge – sie können oberflächliche Pigmente aufhellen, arbeiten aber unselektiver und mit längeren Impulsen. Für gezielte Pigment- und Tattoo-Behandlungen ist die Selektivität eines echten Lasers der Maßstab. Den Unterschied im Detail erklärt unser Vergleich IPL vs. Laser.
Die NiSV regelt das klar: Die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen und die Tattooentfernung sind approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Für die Anwendung energiereicher Lasergeräte ist zudem die entsprechende Fachkunde nachzuweisen. Kosmetische Fachkräfte dürfen im Pigment-Bereich nur außerhalb dieser vorbehaltenen Anwendungen tätig werden – die Details klärt unsere NiSV-Fachkunde-Übersicht.
Auf vier Dinge: erstens die Impulstechnologie – Pikosekunden sind der aktuelle Stand; zweitens die Wellenlängen-Ausstattung, denn erst mehrere Wellenlängen decken helle wie dunkle Pigmente und verschiedene Hauttypen ab; drittens die Plattform-Realität – Service, Ersatzteile, Einweisung und NiSV-konforme Schulung in Deutschland; viertens die ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung über das geplante Behandlungsspektrum. Unser Leitfaden zum Lasergerät-Kauf führt durch alle Kriterien.
Nächster Schritt

Welche Pigmentlaser-Klasse passt zu Ihrer Praxis?

Ob Neueinstieg in die Pigment-Behandlung oder Generationswechsel im Bestand: Wir ordnen Rubin, Nd:YAG und Pico für Ihr Behandlungsspektrum ein – herstellerneutral, inklusive Wirtschaftlichkeit und NiSV.