Pigmentlaser: Rubin, Nd:YAG oder Pico?
„Pigmentlaser“ ist kein einzelnes Gerät, sondern eine Familie: Rubin (694 nm), gütegeschalteter Nd:YAG (1064/532 nm) und die aktuelle Pikosekunden-Generation zielen alle auf dasselbe – Melanin und Fremdpigment. Sie unterscheiden sich in Wellenlänge, Impulsdauer und damit in Indikationsbreite und Hauttyp-Eignung. Diese Seite ordnet die drei Klassen ein, damit klar wird, welche Technik zu welcher Aufgabe passt.
Ein Ziel, drei Generationen
Alle Pigmentlaser nutzen dasselbe physikalische Prinzip: die selektive Photothermolyse. Eine Wellenlänge, die Melanin oder Tattoo-Pigment stark absorbiert, wird in Impulsen abgegeben, die kürzer sind als die thermische Relaxationszeit des Ziels – die Energie bleibt im Pigment, das umliegende Gewebe wird geschont.
Die Klassen unterscheiden sich in zwei Stellgrößen: Wellenlänge (wie tief und wie selektiv die Energie ankommt) und Impulsdauer (wie das Pigment zerlegt wird – thermisch in Nanosekunden oder photomechanisch in Pikosekunden). Genau diese zwei Größen entscheiden über Indikationsbreite und Hauttyp-Eignung.
Rubinlaser – der Pionier
Der erste Laser der Geschichte und jahrzehntelang das Werkzeug für epidermale Pigmente bei hellen Hauttypen. Seine extreme Melanin-Ankopplung ist Stärke und Risiko zugleich – bei dunkleren Hauttypen drohen Pigmentverschiebungen, und die Plattform läuft als Neugerät aus.
Zur Rubinlaser-SeiteQ-Switched Nd:YAG – der Vielseitige
Zwei Wellenlängen in einem System: 1064 nm dringt tief ein und bleibt auch bei dunkleren Hauttypen vergleichsweise sicher, frequenzverdoppelte 532 nm adressiert oberflächliche Pigmente und rote Tattoo-Farben. Der langjährige Arbeitsstandard der Pigment-Behandlung.
Zur Nd:YAG-SeitePicosekundenlaser – die aktuelle Generation
Rund tausendfach kürzere Impulse als Q-Switched: Pigment wird photomechanisch in feinste Fragmente zerlegt statt thermisch gesprengt. Weniger Wärmeeintrag, feinere Fragmentierung, mehrere Wellenlängen für ein breites Pigment- und Farbspektrum – der heutige Stand der Technik.
Zur Pico-SeiteWelche Klasse für welche Aufgabe?
Aus der Physik folgen klare Entscheidungsregeln – und ein paar typische Denkfehler, die in der Praxis Geld und im Zweifel Hautgesundheit kosten.
Was sich bewährt hat
- Impulsdauer vor Wellenlänge: Pikosekunden fragmentieren feiner und schonen das Gewebe thermisch
- 1064 nm einplanen, wenn dunklere Hauttypen behandelt werden sollen
- Mehrere Wellenlängen auf einer Plattform ersetzen mehrere Einzelgeräte
- Aktuelle Plattform mit Service, Ersatzteilen und Einweisung in Deutschland wählen
Typische Denkfehler
- 532 nm allein greift nur oberflächlich – tiefe dermale Pigmente brauchen 1064 nm oder Pico
- Rubin-Gebrauchtgeräte: auslaufende Ersatzteil- und Servicelage als unternehmerisches Risiko
- IPL ist kein Pigmentlaser – Breitbandlicht arbeitet unselektiver als eine Laser-Wellenlänge
- Melasma ist keine Standard-Indikation: Wärme kann das Pigment verschlimmern – hier zählt Zurückhaltung
Muttermale gehören zuerst zum Hautarzt – nicht unter den Laser
Pigmentierte Muttermale (melanozytäre Nävi) sind keine Indikation für den Pigmentlaser, bevor sie dermatologisch abgeklärt sind: Ein Laser zerstört das sichtbare Pigment und kann eine bösartige Veränderung unkenntlich machen, ohne sie zu beseitigen. Deshalb gilt ohne Ausnahme: erst Auflichtmikroskopie beim Hautarzt, im Zweifel histologische Untersuchung – dann die Therapieentscheidung.
Die NiSV zieht hier auch rechtlich die Grenze: Die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen ist approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Seriöse Anwender lasern verdächtige oder unklare Male grundsätzlich nicht.

Die Pigmentlaser-Familie auf einer Plattform: PICO-K
Der PICO-K vereint, wofür früher mehrere Pigmentlaser nötig waren: Pikosekunden- Impulse zerlegen Melanin und Tattoo-Pigment photomechanisch in feinste Fragmente, und bis zu vier Wellenlängen decken oberflächliche wie tiefe Pigmente über ein breites Hauttyp-Spektrum ab – auf einer aktuellen Plattform mit Einweisung, Service und Ersatzteilen in Deutschland.

Und wenn im Bestand bereits ein Nd:YAG oder Rubin arbeitet? Dann rechnen wir ehrlich durch, ob sich der Generationswechsel für Ihr Behandlungsspektrum lohnt – inklusive Wirtschaftlichkeit, NiSV-Anforderungen und Restwert-Betrachtung. Herstellerneutral, ohne Verkaufsdruck.
Fachberatung anfragenPigmentlaser – die häufigsten Fragen
Welche Pigmentlaser-Klasse passt zu Ihrer Praxis?
Ob Neueinstieg in die Pigment-Behandlung oder Generationswechsel im Bestand: Wir ordnen Rubin, Nd:YAG und Pico für Ihr Behandlungsspektrum ein – herstellerneutral, inklusive Wirtschaftlichkeit und NiSV.
