Haarzyklus: Anagen, Katagen, Telogen einfach erklärt
Jedes Haar durchläuft drei Phasen: die Wachstumsphase (Anagen), die Übergangsphase (Katagen) und die Ruhephase (Telogen). Zu jedem Zeitpunkt befindet sich nur ein Teil der Haare einer Körperzone in der Wachstumsphase – und nur diese Haare sind mit dem Laser erreichbar. Genau deshalb braucht dauerhafte Haarentfernung immer eine Serie von Sitzungen.

Die drei Phasen des Haarzyklus
Haare wachsen nicht kontinuierlich, sondern in einem wiederkehrenden Zyklus aus drei Phasen. Jedes einzelne Haar durchläuft ihn unabhängig von seinen Nachbarn – deshalb sind auf jeder Körperstelle immer alle drei Phasen gleichzeitig vertreten.
| Phase | Was passiert | Bedeutung für den Laser |
|---|---|---|
| Anagen (Wachstumsphase) | Das Haar wächst aktiv, ist fest mit der Papille verbunden und maximal pigmentiert | Nur jetzt ist der Follikel sicher erreichbar |
| Katagen (Übergangsphase) | Das Wachstum endet, der Follikel zieht sich zusammen, die Verbindung zur Papille löst sich | Behandlung nur eingeschränkt wirksam |
| Telogen (Ruhephase) | Das Haar ruht und fällt schließlich aus, der Follikel bleibt vorübergehend leer | Kein Angriffspunkt – Behandlung wirkungslos |
Anagen: die Wachstumsphase
In der Anagenphase teilen sich die Zellen in der Haarmatrix schnell, das Haar wird geschoben und ist über die dermale Papille direkt an die Blutversorgung angeschlossen. Entscheidend für die Laserbehandlung: Der Haarschaft ist in dieser Phase am stärksten pigmentiert und liegt tief und fest im Follikel.
Melanin ist das Chromophor, an dem die Laserenergie ansetzt – mehr dazu unter Chromophore der Haut. Das pigmentierte Anagen-Haar wirkt dabei wie ein Leiter: Es nimmt die Energie auf und gibt sie als Wärme an die umliegenden Strukturen des Follikels ab, insbesondere an die regenerationsfähigen Zellen. Fehlt diese Verbindung, fehlt der Wirkmechanismus.
Wie lange die Anagenphase dauert, hängt stark von der Körperregion ab: Am Kopfhaar zieht sie sich über Jahre, an Körperhaaren dauert sie meist nur Wochen bis Monate. Das ist der Grund, warum Kopfhaar lang wird und Körperhaar eine natürliche Maximallänge hat.
Katagen und Telogen: Übergang und Ruhe
Die Katagenphase ist kurz – der Follikel stellt die Produktion ein, schrumpft und löst die Verbindung zur Papille. Das Haar sitzt nun lockerer und ist von der Versorgung abgeschnitten.
In der Telogenphase ruht der Follikel. Das alte Haar wird irgendwann abgestoßen, häufig dann, wenn darunter bereits ein neues Anagen-Haar nachschiebt. Für die Laserbehandlung sind beide Phasen ungünstig: Ohne festen, pigmentierten Haarschaft in der Tiefe fehlt der Weg, über den die Energie die Zielstruktur erreicht.
Wichtig für die Beratung: Ein Follikel in der Telogenphase ist nicht "behandelt" – er ist nur gerade nicht erreichbar. Er wird beim nächsten Zyklus wieder ein Haar bilden. Genau deshalb sagt eine einzelne Sitzung nichts über den Behandlungserfolg aus.
Warum der Haarzyklus die Sitzungszahl bestimmt
Weil zu jedem Zeitpunkt nur ein Teil der Haare einer Zone in der Anagenphase steht, erreicht eine einzelne Sitzung immer nur diesen Anteil. Die übrigen Follikel ruhen – sie werden erst in einer späteren Sitzung erreichbar, wenn sie wieder in die Wachstumsphase eingetreten sind.
Daraus folgt die gesamte Behandlungslogik der dauerhaften Haarentfernung:
- 1Jede Sitzung erfasst die aktuell aktiven Follikel einer Zone
- 2Die Abstände zwischen den Terminen werden so gewählt, dass beim nächsten Mal möglichst viele Follikel neu in der Anagenphase stehen
- 3Über mehrere Sitzungen hinweg wird so ein immer größerer Anteil der Follikel erfasst
- 4Die Haardichte nimmt schrittweise ab, verbleibende Haare werden feiner und heller
- 5Nach Abschluss der Serie halten Auffrischungen das Ergebnis stabil
Wie viele Sitzungen im Einzelfall nötig sind und wie die Intervalle je nach Körperzone gewählt werden, steht im Beitrag Haarentfernung: Sitzungen.
Was der Zyklus für die Praxis bedeutet
Für die Behandlungsführung ergeben sich drei konkrete Konsequenzen:
- Intervalle nach Körperzone planen. Regionen mit kurzem Zyklus – etwa im Gesicht – werden in engeren Abständen behandelt als Zonen mit langsamerem Wachstum wie Beine oder Rücken.
- Nicht epilieren, nicht wachsen, nicht zupfen. Diese Methoden entfernen das Haar samt Wurzel aus dem Follikel – und damit genau die pigmentierte Struktur, über die die Laserenergie wirkt. Rasieren ist dagegen richtig, weil der Haarschaft im Follikel erhalten bleibt.
- Erwartungen früh einordnen. Nach den ersten Sitzungen fallen behandelte Haare über Tage bis Wochen aus, während gleichzeitig ruhende Follikel neue Haare schieben. Wer das nicht erklärt bekommt, hält die Behandlung fälschlich für wirkungslos.
Systemwahl: Warum die Wellenlänge zum Zyklus passen muss
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Damit die Energie das Anagen-Haar erreicht und dort wirkt, müssen Wellenlänge, Pulsdauer und Fluenz zum Haar- und Hauttyp passen. Der Pento 9900 vereint dafür beide Goldstandard-Wellenlängen: Der Alexandritlaser mit 755 nm wird stark von Melanin absorbiert und ist damit besonders effizient bei hellen bis mittleren Hauttypen; der Nd:YAG-Laser mit 1064 nm dringt tiefer ein und wird weniger vom Hautpigment absorbiert – die sichere Wahl bei dunkleren Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) und bei tief sitzenden Follikeln.
Der biologische Zyklus gibt also den Takt der Behandlungsserie vor – die Gerätetechnik entscheidet, wie viele Follikel pro Sitzung tatsächlich erreicht werden.
Abgrenzung: Haarzyklus und Haarausfall
Der Haarzyklus wird häufig auch im Zusammenhang mit Haarausfall diskutiert – dort geht es um die umgekehrte Fragestellung: darum, die Wachstumsphase zu erhalten oder zu verlängern. Das ist ein eigenes medizinisches Feld mit eigenen Ursachen und Therapien; einen Überblick gibt der Beitrag Haarausfall behandeln. Die Laser-Haarentfernung verfolgt das entgegengesetzte Ziel und arbeitet ausschließlich an den Follikeln der behandelten Körperzone.
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Häufige Fragen
Das hängt von der Körperregion ab. Am Kopfhaar erstreckt sich allein die Wachstumsphase über Jahre, an Körperhaaren dauert sie meist nur Wochen bis Monate – gefolgt von einer kurzen Übergangs- und einer längeren Ruhephase. Deshalb wird Kopfhaar lang, Körperhaar dagegen nicht.
Anagen ist die Wachstumsphase, in der das Haar aktiv gebildet und versorgt wird. Katagen ist die kurze Übergangsphase, in der sich der Follikel zurückbildet. Telogen ist die Ruhephase, an deren Ende das Haar ausfällt und der Zyklus neu beginnt.
Weil nur das Anagen-Haar fest und stark pigmentiert im Follikel sitzt und mit dessen Versorgungsstrukturen verbunden ist. Das Melanin nimmt die Laserenergie auf und gibt sie als Wärme an die Zielstrukturen ab. Ruhende Follikel bieten diesen Weg nicht.
Weil sich immer nur ein Teil der Haare einer Zone gleichzeitig in der Wachstumsphase befindet. Jede Sitzung erreicht diesen Anteil; die übrigen Follikel werden erst erfasst, wenn sie später wieder aktiv werden. Über mehrere Termine hinweg wird so ein immer größerer Anteil behandelt.
Weil dabei das Haar samt Wurzel aus dem Follikel gezogen wird – und damit genau die pigmentierte Struktur fehlt, über die die Laserenergie wirkt. Rasieren ist dagegen richtig: Der Haarschaft bleibt im Follikel erhalten.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.