Melasma behandeln: Warum es ein Sonderfall ist
Melasma ist eine erworbene, meist symmetrische Hyperpigmentierung im Gesicht, ausgelöst durch das Zusammenspiel von UV-Strahlung, hormonellen Einflüssen und genetischer Veranlagung. Anders als Altersflecken ist Melasma keine abgeschlossene Pigmentablagerung, sondern ein aktiver Prozess: Die Melanozyten produzieren dauerhaft zu viel Pigment. Deshalb steht am Anfang nicht der Laser, sondern konsequenter UV-Schutz und topische Therapie – Laserverfahren kommen zurückhaltend und ergänzend zum Einsatz.
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Was Melasma von anderen Pigmentflecken unterscheidet
Melasma zeigt sich als flächige, unscharf begrenzte, oft symmetrische Braunfärbung – typischerweise auf Wangen, Stirn, Oberlippe und Kinn. Betroffen sind überwiegend Frauen im gebärfähigen Alter, häufig ausgelöst durch Schwangerschaft, hormonelle Kontrazeptiva oder intensive Sonnenexposition.
Der entscheidende Unterschied zu Sonnen- und Altersflecken liegt nicht im Aussehen, sondern im Mechanismus. Ein Altersfleck ist abgelagertes Pigment – einmal entfernt, ist es weg. Beim Melasma sind die Melanozyten selbst überaktiv: Sie produzieren weiter, auch nachdem vorhandenes Pigment abgebaut wurde. Hinzu kommt häufig eine Gefäßkomponente, die den Prozess unterhält.
Daraus folgt die wichtigste Aussage jeder Melasma-Beratung: Melasma wird gemanagt, nicht geheilt. Wer das im Erstgespräch klar sagt, verhindert Enttäuschung – und schafft die Grundlage für ein Behandlungskonzept über Monate statt für eine einzelne Sitzung.
Drei Typen – und warum die Einordnung zählt
| Typ | Pigmentlage | Erscheinungsbild |
|---|---|---|
| Epidermal | Oberhaut | scharf abgegrenzt, mittelbraun, unter Wood-Licht deutlicher |
| Dermal | Lederhaut | blaugrau, unscharf, unter Wood-Licht kaum verstärkt |
| Gemischt | beide Ebenen | häufigste Form, uneinheitliches Bild |
Die Einordnung erfolgt klinisch, unterstützt durch die Wood-Lampe. Sie bestimmt, was realistisch erreichbar ist: Epidermale Anteile sprechen erfahrungsgemäß besser an, dermale Anteile deutlich zurückhaltender. Bei gemischten Formen – der Mehrheit – bleibt meist ein Rest bestehen.
Die Basis: Sonnenschutz und Auslöser
Vor jeder apparativen Maßnahme steht die Ursachenseite. Ohne sie arbeitet jede Behandlung gegen die tägliche Neuschädigung an:
- Konsequenter Lichtschutz: hoher Lichtschutzfaktor, täglich, ganzjährig – auch sichtbares Licht spielt bei Melasma eine Rolle, weshalb getönte Präparate mit physikalischen Filtern häufig bevorzugt werden
- Auslöser prüfen: hormonelle Kontrazeptiva, Schwangerschaft, bestimmte Medikamente
- Topische Therapie: ärztlich verordnete Wirkstoffkonzepte bilden in der Regel die Basis
- Wärme meiden: starke Hitzeexposition kann Melasma unterhalten – relevant auch für die Auswahl apparativer Verfahren
Wo Laser ins Konzept passt
Laser sind bei Melasma kein Mittel der ersten Wahl, sondern ein ergänzender Baustein – und sie werden anders eingesetzt als bei Altersflecken.
Etabliert haben sich zurückhaltende Konzepte mit niedrigen Fluenzen über mehrere Sitzungen statt weniger energiereicher Behandlungen. Das Ziel ist nicht, das Pigment in einer Sitzung zu entfernen, sondern die Pigmentproduktion schrittweise zu beruhigen, ohne die Melanozyten zusätzlich zu reizen.
Die kurze Pulsdauer von Q-switched- und Picosekundenlasern ist dabei ein Vorteil: Die Energie wirkt überwiegend photoakustisch statt thermisch. Da Wärme das Melasma unterhalten kann, ist ein geringer thermischer Eintrag genau das, was man hier sucht.
Was den Befund verschlechtern kann
Melasma verzeiht Fehler schlechter als andere Pigmentbefunde. Als kritisch gelten vor allem:
- Zu hohe Fluenzen: provozieren postinflammatorische Hyperpigmentierung – der Befund wird dunkler statt heller - Zu kurze Intervalle: die Haut kommt nicht zur Ruhe, der Reiz summiert sich - Ablative Verfahren ohne klare Indikation: die Entzündungsreaktion kann den Prozess anheizen - Fehlender Lichtschutz zwischen den Sitzungen: macht jeden Fortschritt zunichte - Behandlung während aktiver hormoneller Auslöser: häufig sinnvoller, den Zeitpunkt zu verschieben ! Ein Testareal und eine vorsichtige erste Sitzung sind bei Melasma kein übertriebener Aufwand, sondern Standard – gerade bei dunkleren Hauttypen, bei denen das Risiko für Pigmentverschiebungen höher liegt.
Erwartungsmanagement und Rezidive
Melasma kehrt häufig zurück, besonders nach Sonnenexposition oder bei fortbestehenden hormonellen Auslösern. Das ist kein Zeichen einer misslungenen Behandlung, sondern liegt in der Natur des Befunds.
Sinnvoll ist deshalb ein Konzept, das von Anfang an Erhaltung mitdenkt: Basistherapie und Lichtschutz dauerhaft, apparative Sitzungen in ruhigen Phasen, regelmäßige Kontrollen. Fotodokumentation hilft dabei erheblich – Fortschritte sind bei flächigen Befunden im direkten Vergleich oft besser erkennbar als im Spiegel.
So sieht ein Behandlungskonzept in der Praxis aus
Der genaue Ablauf hängt vom Befund ab, folgt aber meist dieser Logik:
- 1Diagnostik: klinische Beurteilung, Wood-Lampe, Einordnung epidermal, dermal oder gemischt
- 2Ursachenklärung: hormonelle Auslöser, Medikamente, Lichtverhalten
- 3Aufklärung: realistische Erwartung, Rezidivneigung, Dauer des Konzepts
- 4Basistherapie: konsequenter Lichtschutz, ärztlich verordnete topische Therapie
- 5Testareal: kleine Fläche mit vorsichtigen Parametern, Reaktion abwarten
- 6Apparative Sitzungen: niedrige Fluenzen, ausreichende Intervalle, Anpassung nach Reaktion
- 7Erhaltung: Fortführung von Lichtschutz und Basistherapie, Kontrolltermine
Wer darf Melasma behandeln?
Melasma ist eine pigmentierte Hautveränderung – ihre Behandlung mit Lasern oder intensiven Lichtquellen fällt damit unter den Arztvorbehalt nach § 5 Abs. 2 NiSV und ist seit dem 31. Dezember 2020 approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiter- oder Fortbildung vorbehalten.
Das ist bei Melasma mehr als eine Formalie: Die Einordnung des Typs, die Abgrenzung gegenüber anderen Hyperpigmentierungen, die Wahl zurückhaltender Parameter und die Begleittherapie sind ärztliche Entscheidungen – und genau die Punkte, an denen sich Erfolg und Verschlechterung trennen.
Systeme für Pigment- und Melasma-Konzepte
| Merkmal | PICO K | CuRAS Hybrid |
|---|---|---|
| Technologie | Picosekundenlaser | Q-switched Nd:YAG |
| Pulsdauer | 300 ps, ca. 2 % Abweichung | Nanosekundenbereich |
| Wellenlängen | 1064 · 532 nm serienmäßig, 585 · 650 nm optional | 1064 · 532 nm |
| Bei Melasma relevant | sehr geringer Wärmeeintrag, feine Fragmentierung | etabliertes Toning-Konzept, breites Pigment-Spektrum |
PICO K – geringer Wärmeeintrag
Der PICO K arbeitet mit stabilen 300-Pikosekunden-Impulsen. Weil die Energie überwiegend photoakustisch wirkt, bleibt der thermische Eintrag gering – bei einem Befund, den Wärme unterhalten kann, ist das ein relevanter Punkt.
CuRAS Hybrid – der etablierte Klassiker
Der CuRAS Hybrid ist ein Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm und deckt neben Tattoo und Pigment auch Melasma-Konzepte und Carbon Peeling ab.
Beide Systeme kommen von Dermacom, mit Einweisung, Service und deutschlandweitem Support. Grundlagen und Kaufkriterien erklärt die Seite Pico-Laser (Picosekundenlaser), den direkten Technologievergleich Pico-Laser vs. Q-Switched.

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Häufige Fragen
Melasma ist eine erworbene, meist symmetrische Hyperpigmentierung, die typischerweise im Gesicht auftritt – auf Wangen, Stirn, Oberlippe und Kinn. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von UV-Strahlung, hormonellen Einflüssen und genetischer Veranlagung. Betroffen sind überwiegend Frauen im gebärfähigen Alter.
Ein Altersfleck ist abgelagertes Pigment; ist es abgebaut, ist der Fleck verschwunden. Beim Melasma sind die Melanozyten dauerhaft überaktiv und produzieren weiter. Deshalb reagiert Melasma anders auf Behandlungen und neigt zu Rezidiven.
Laser sind bei Melasma kein Mittel der ersten Wahl, sondern ein ergänzender Baustein. Etabliert haben sich zurückhaltende Konzepte mit niedrigen Fluenzen über mehrere Sitzungen, kombiniert mit konsequentem Lichtschutz und topischer Therapie. Ein dauerhaft pigmentfreies Ergebnis lässt sich nicht zusichern.
Meist steckt eine postinflammatorische Hyperpigmentierung dahinter: Die Haut reagiert auf einen zu starken Reiz mit zusätzlicher Pigmentbildung. Zu hohe Energien, zu kurze Intervalle und fehlender Lichtschutz sind die häufigsten Auslöser – deshalb die Zurückhaltung bei den Parametern.
Eine zentrale. Ohne konsequenten Lichtschutz arbeitet jede Sitzung gegen die tägliche Neuschädigung an. Bei Melasma spielt neben UV-Strahlung auch sichtbares Licht eine Rolle, weshalb häufig getönte Präparate mit physikalischen Filtern eingesetzt werden.
Rezidive sind häufig, besonders nach Sonnenexposition oder wenn hormonelle Auslöser fortbestehen. Das liegt in der Natur des Befunds und ist kein Zeichen einer misslungenen Behandlung. Sinnvoll ist ein Konzept, das Erhaltungsmaßnahmen von Beginn an einplant.
Ja, sie verlangt aber besondere Zurückhaltung. Da das umgebende Melanin um dieselbe Energie konkurriert, steigt das Risiko für Pigmentverschiebungen. Testareal, niedrige Fluenzen und längere Wellenlängen gehören hier zum Standard; die Beurteilung erfolgt ärztlich.
Als pigmentierte Hautveränderung fällt Melasma unter den Arztvorbehalt nach § 5 Abs. 2 NiSV. Die Behandlung mit Lasern oder intensiven Lichtquellen ist approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiter- oder Fortbildung vorbehalten.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.