Praxis & Technik

Tattoo-Laser-Gerät: Auswahl, Technik & NiSV für Praxen

Kurzantwort

Ein professionelles Tattoo-Laser-Gerät ist ein Q-switched- oder Pikosekundenlaser, der Tattoofarbe mit ultrakurzen, energiereichen Impulsen zerlegt. Entscheidend für die Auswahl sind Impulsdauer, Wellenlängen für das Farbspektrum, Spitzenleistung, Handstücke und Spotgrößen, CE-Zulassung als Medizinprodukt sowie Service in Deutschland. Die Tattooentfernung selbst ist nach § 5 Abs. 2 NiSV Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Für den Einstieg mit Tattoo, Pigment und Carbon Peeling ist ein Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm wie der CuRAS Hybrid der bewährte Standard.

Q-switched (Nanosekunde), PikosekundeGerätetypen
1064 nm und 532 nmStandard-Wellenlängen
585 bis 755 nmZusatz für Grün/Blau
4, Laserschutzbeauftragter PflichtLaserklasse
nach § 5 Abs. 2 NiSV ärztlich vorbehaltenAnwendung Tattoo
meist 6 bis 12Sitzungen pro Patient
CuRAS Hybrid (Q-switched Nd:YAG)Einstiegssystem
Medizinisch geprüftDermacom FachredaktionÄsthetische Medizintechnik3 Min. LesezeitNovember 2026
Empfohlenes SystemQ-switched Nd:YAG · 1064/532 nmZum System
Tattoo-Laser-Gerät: Auswahl, Technik & NiSV für Praxen
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Was ein Tattoo-Laser-Gerät leisten muss

attoofarbe sitzt als Partikel in der Lederhaut und ist zu groß, um vom Immunsystem abgebaut zu werden. Ein Tattoo-Laser muss diese Partikel so schnell erhitzen, dass sie durch eine photoakustische Druckwelle zerspringen, bevor die Wärme ins umliegende Gewebe abfließt. Das gelingt nur mit Impulsen im Nanosekunden- oder Pikosekundenbereich und sehr hoher Spitzenleistung. Langgepulste Laser für Haarentfernung oder IPL-Geräte sind dafür ungeeignet und hinterlassen eher Narben. Wie der Prozess aus Patientensicht abläuft, beschreibt Tattooentfernung.

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Q-switched oder Pikosekunde: die zwei Geräteklassen

Q-switched-Laser (Nanosekunde)

Q-switched Nd:YAG-Laser arbeiten mit Impulsen von wenigen Nanosekunden. Sie sind seit Jahrzehnten der Standard der Tattooentfernung, zuverlässig bei Schwarz und Rot und zusätzlich vielseitig für Pigment, Laser-Toning und Carbon Peeling. Die Investition ist deutlich niedriger als bei Pikosekundenlasern.

Pikosekundenlaser

Pikosekundenlaser geben die Energie in einigen hundert Pikosekunden ab. Die mechanische Wirkung überwiegt noch stärker, das Pigment zerfällt feiner. Vorteile zeigen sich bei hartnäckigen, mehrfarbigen und bereits vorbehandelten Tattoos. Den direkten Vergleich zeigt Pico vs. Q-Switched.

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Die wichtigsten Kriterien beim Gerätevergleich

  1. 1Wellenlängen: 1064 nm für Schwarz und Dunkelblau, 532 nm für Rot und Orange. Für Grün und Hellblau braucht es zusätzlich 585 bis 755 nm. Mehr unter 1064 nm und 532 nm.
  2. 2Impulsdauer und Spitzenleistung: Je kürzer der Impuls und je höher die Spitzenleistung, desto effizienter die Fragmentierung.
  3. 3Handstücke und Spotgrößen: Ein Zoom-Handstück mit variabler Spotgröße für Konturen und Flächen, ein kollimiertes Handstück für Toning und Carbon Peeling, ein fraktioniertes Handstück für sensible Pigment-Indikationen.
  4. 4Strahlprofil: Ein homogenes Top-Hat-Profil verteilt die Energie gleichmäßig und senkt das Risiko für Hotspots und Narben.
  5. 5Zulassung: CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt nach MDR. Siehe MDR und CE-Kennzeichnung.
  6. 6Service in Deutschland: Einweisung, Wartung, Ersatzteile und ein fester Ansprechpartner. Ein Lasergerät ohne Service vor Ort steht im Fehlerfall wochenlang still.
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Rechtlicher Rahmen in Deutschland

  • NiSV: Die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up mit dem Laser ist nach § 5 Abs. 2 NiSV approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Kosmetikinstitute dürfen Tattoos nicht mehr lasern, können ein Q-switched-System mit Fachkunde aber für Carbon Peeling nutzen.
  • Laserschutz: Tattoo-Laser sind Klasse-4-Laser. Die Praxis muss einen Laserschutzbeauftragten bestellen und Schutzbrillen sowie einen gekennzeichneten Laserbereich vorhalten.
  • MPBetreibV: Einweisung, Medizinproduktebuch und sicherheitstechnische Kontrollen, siehe MPBetreibV.
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Wirtschaftlichkeit für die Praxis

Tattooentfernung ist eine Serienbehandlung. Jede Patientin und jeder Patient kommt meist sechs- bis zwölfmal im Abstand von sechs bis acht Wochen, das schafft planbare, wiederkehrende Termine. Ein vielseitiges System wie ein Q-switched Nd:YAG erweitert die Auslastung um Pigmentbehandlungen und Carbon Peeling. Wie sich eine Investition rechnet, zeigt Lasergerät-Amortisation. Wer über ein günstigeres Gebrauchtgerät nachdenkt, sollte vorher gebrauchte Lasergeräte lesen.

Gut zu wissen

Tattoo-Laser aus Online-Marktplätzen ohne CE-Zulassung als Medizinprodukt erreichen oft weder die angegebene Leistung noch eine echte Q-switched-Impulsdauer. Ihr Einsatz ist rechtlich und haftungsrechtlich ein erhebliches Risiko.

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Systemwahl: Tattoo-Laser für die Praxis

Erstwahl für den Einstieg und für Praxen, die Tattoo, Pigment und Carbon Peeling mit einem System abdecken wollen, ist der CuRAS Hybrid: Q-switched Nd:YAG mit 1064 und 532 nm, Zoom-Handstück mit 2 bis 10 mm Spotgröße, kollimiertes und fraktioniertes Handstück, Long-Pulse-Modus und ein schmerzärmerer PTP-Modus. Kauf, Leasing oder Finanzierung mit Einweisung und Service von Dermacom.

Alternative für Praxen mit Schwerpunkt auf mehrfarbigen und hartnäckigen Tattoos ist der Pikosekundenlaser PICO-K mit 300 Pikosekunden, bis zu 2,0 Gigawatt und bis zu vier Wellenlängen (1064, 532, 585 und 650 nm).

Mit dem Curas Hybrid

Tattoo & Pigment in einem System

Der Curas Hybrid ist ein Q-switched Nd:YAG-Laser mit 1064 und 532 nm – für Tattooentfernung, Pigment, Melasma und Carbon Peeling.

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Mit dem Curas Hybrid

Häufige Fragen

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Behandlungen sind durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.